Diözesan-Caritasverband Essen, 03.02.2010

Presse-Info 028 / 2010 : "EnergieSparService" für Duisburger Transferhaushalte

Caritas-Projekt "GemeinWohlArbeit der Caritas" ohne Bundesmittel, aber mit Unterstützung von der Caritas-Stiftung im Bistum Essen

Duisburg/Essen (cde) - Im letzten Halbjahr 2009 wurden 30 „EnergieSparHelfer“ theoretisch und praktisch geschult, um anschließend Duisburger Transferhaushalte (d.h. Haushalte, die Arbeitslosengeld II bzw. „Hartz IV“ oder Sozialhilfe zum Lebensunterhalt beziehen) aufzusuchen und diesen bei der Reduzierung von Strom-, Wasser- und Wärmeverbrauch im Alltag zu helfen.

Damit will die Duisburger Caritas als Träger neben der Schaffung von Arbeitsplätzen im Bereich Gemeinwohlarbeit unter anderem auch Job-Perspektiven verbessern sowie eine sinnvolle Betätigung für den Einzelnen und die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben bewirken und dabei die fachliche und persönliche Qualifizierung der Teilnehmer fördern.

Wesentlich sind aber auch die finanzielle Entlastung der Transferhaushalte durch Reduzierung des Strom- und Wasserverbrauchs (durchschnittlich 150 € im Jahr) sowie Einsparungen im öffentlichen Haushalt durch Verminderung des Wärmeverbrauchs.

Das Projekt „Stromspar-Check“ in Trägerschaft der örtlichen Caritasverbände in Kooperation mit den Energieagenturen wurde - gefördert mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt - schon in ca. 60 Städten oder Kreisen realisiert. Der Duisburger „EnergieSparService“ muss hingegen ohne diese Bundesmittel bewerkstelligt werden, da diese wegen der Wirtschaftslage im letzten Jahr nicht mehr freigegeben wurden. Das bedeutet in der Umsetzung, dass der Caritasverband für die Stadt Duisburg keine Anschubfinanzierung für die Ausstattung der verschiedenen Arbeitsplätze oder für Schulungen und den Aufwand für eine „sozialpädagogische Begleitung“ erhält. Weiterhin müssen die notwendigen finanziellen Mittel, insbesondere für die sogenannten „Soforthilfen“, durch Sponsoren aufgebracht werden. Die Stadtwerke Duisburg und andere städtische Gesellschaften haben 2009 einen großen Teil dieser Mittel zur Verfügung gestellt. Für die kommenden Jahre wird es aber notwendig sein, weitere Sponsoren in die Projektfinanzierung einzubinden.

Mit der Bereitschaft des Caritasverbandes, das Projekt „EnergieSparService“ auch ohne eine Anschubfinanzierung durchzuführen, und durch die Unterstützung der verschiedenen städtischen Gesellschaften, der Stadt Duisburg und der ARGE Duisburg wird es aber möglich sein, dieses neue Projekt konzeptionell eng an das Projekt „Stromspar-Check“ anzulehnen und einen hohen Qualitätsstandard zu gewährleisten.

Die Caritas-Stiftung im Bistum Essen hat für dieses Projekt, „weil es sehr innovatorisch ist und ohne Bundesmittel auskommen muss“, 5.000 Euro zur Fortführung gestiftet.

Bei diesem Projekt werden nur Haushalte aufgesucht, die selber Hilfe erbeten haben. Nach Terminvereinbarung werden bei einem ersten ca. 2 ½-stündigen Besuch die verschiedenen Verbrauchswerte von Strom, Wasser und Heizung durch standardisierte Messungen ermittelt und die Daten vorliegender Abrechnungen erfasst. Im weiteren Gespräch wird das individuelle Nutzerverhalten der einzelnen Bewohner erfragt und dokumentiert. Vor Ort werden die Verbrauchsdaten und das Verbraucherverhalten ausgewertet und für jeden Haushalt ein möglichst sinnvolles und realisierbares Energie-Spar-Konzept entwickelt. Hierzu gehört auch die Zusammenstellung einer „Soforthilfe“, bestehend z. B. aus Energiesparlampen, schaltbaren Steckerleisten, durchflussreduzierendem Duschkopf und Perlatoren.

Bei einem zweiten Besuch (1 bis 1½ Stunden) werden die Auswertungsergebnisse in einem ausführlichen Gespräch besprochen und ausgehändigt. Mögliche Einsparpotenziale werden - auch im Sinn der zukünftigen Vermeidung von „Verbrauchsfallen“ - benannt und die „Soforthilfen“ als eine erste Maßnahme durch die „EnergieSparHelfer“ kostenfrei installiert.

Nach weiteren 12 Monaten sollen in einem dritten Besuch die Wirksamkeit der „Soforthilfen“ überprüft und mögliche Veränderungen des Nutzerverhaltens erfragt werden. Während des gesamten Projektes werden die „EnergieSparHelfer“ durch das GWA-Team der Caritas Duisburg „sozialpädagogisch“ begleitet.

Rückfragen:
Hans-Jürgen Schick, Leiter der GemeinWohlArbeit der Caritas Duisburg
Telefon: 0203 / 2865643, E-Mail: energie@caritas-duisburg.de