Presse-Info 028 / 2010 : "EnergieSparService" für Duisburger Transferhaushalte
Caritas-Projekt "GemeinWohlArbeit der Caritas" ohne Bundesmittel, aber mit Unterstützung von der Caritas-Stiftung im Bistum Essen
Duisburg/Essen
(cde) -
Im letzten
Halbjahr 2009 wurden 30 „EnergieSparHelfer“ theoretisch und praktisch geschult,
um anschließend Duisburger Transferhaushalte (d.h. Haushalte, die
Arbeitslosengeld II bzw. „Hartz IV“ oder Sozialhilfe zum Lebensunterhalt
beziehen) aufzusuchen und diesen bei der Reduzierung von Strom-, Wasser- und
Wärmeverbrauch im Alltag zu helfen.
Damit will die Duisburger Caritas als Träger neben der Schaffung von
Arbeitsplätzen im Bereich Gemeinwohlarbeit unter anderem auch Job-Perspektiven
verbessern sowie eine sinnvolle Betätigung für den Einzelnen und die Teilhabe
am gesellschaftlichen Leben bewirken und dabei die fachliche und persönliche
Qualifizierung der Teilnehmer fördern.
Wesentlich sind aber auch die finanzielle Entlastung der Transferhaushalte
durch Reduzierung des Strom- und Wasserverbrauchs (durchschnittlich 150 € im
Jahr) sowie Einsparungen im öffentlichen Haushalt durch Verminderung des
Wärmeverbrauchs.
Das Projekt „Stromspar-Check“ in Trägerschaft der örtlichen Caritasverbände in
Kooperation mit den Energieagenturen wurde - gefördert mit Mitteln des
Bundesministeriums für Umwelt - schon in ca. 60 Städten oder Kreisen
realisiert. Der Duisburger „EnergieSparService“ muss hingegen ohne diese
Bundesmittel bewerkstelligt werden, da diese wegen der Wirtschaftslage im
letzten Jahr nicht mehr freigegeben wurden. Das bedeutet in der Umsetzung, dass
der Caritasverband für die Stadt Duisburg keine Anschubfinanzierung für die
Ausstattung der verschiedenen Arbeitsplätze oder für Schulungen und den Aufwand
für eine „sozialpädagogische Begleitung“ erhält. Weiterhin müssen die
notwendigen finanziellen Mittel, insbesondere für die sogenannten
„Soforthilfen“, durch Sponsoren aufgebracht werden. Die Stadtwerke Duisburg und
andere städtische Gesellschaften haben 2009 einen großen Teil dieser Mittel zur
Verfügung gestellt. Für die kommenden Jahre wird es aber notwendig sein,
weitere Sponsoren in die Projektfinanzierung einzubinden.
Mit der Bereitschaft des Caritasverbandes, das Projekt „EnergieSparService“
auch ohne eine Anschubfinanzierung durchzuführen, und durch die Unterstützung
der verschiedenen städtischen Gesellschaften, der Stadt Duisburg und der ARGE
Duisburg wird es aber möglich sein, dieses neue Projekt konzeptionell eng an
das Projekt „Stromspar-Check“ anzulehnen und einen hohen Qualitätsstandard zu
gewährleisten.
Die
Caritas-Stiftung im Bistum Essen hat für dieses Projekt, „weil es sehr
innovatorisch ist und ohne Bundesmittel auskommen muss“, 5.000 Euro zur
Fortführung gestiftet.
Bei diesem Projekt werden nur Haushalte aufgesucht, die selber Hilfe erbeten
haben. Nach Terminvereinbarung werden bei einem ersten ca. 2 ½-stündigen Besuch
die verschiedenen Verbrauchswerte von Strom, Wasser und Heizung durch
standardisierte Messungen ermittelt und die Daten vorliegender Abrechnungen
erfasst. Im weiteren Gespräch wird das individuelle Nutzerverhalten der
einzelnen Bewohner erfragt und dokumentiert. Vor Ort werden die Verbrauchsdaten
und das Verbraucherverhalten ausgewertet und für jeden Haushalt ein möglichst
sinnvolles und realisierbares Energie-Spar-Konzept entwickelt. Hierzu gehört
auch die Zusammenstellung einer „Soforthilfe“, bestehend z. B. aus
Energiesparlampen, schaltbaren Steckerleisten, durchflussreduzierendem
Duschkopf und Perlatoren.
Bei einem zweiten Besuch (1 bis 1½ Stunden)
werden die Auswertungsergebnisse in einem ausführlichen Gespräch besprochen und
ausgehändigt. Mögliche Einsparpotenziale werden - auch im Sinn der zukünftigen
Vermeidung von „Verbrauchsfallen“ - benannt und die „Soforthilfen“ als eine
erste Maßnahme durch die „EnergieSparHelfer“ kostenfrei installiert.
Nach weiteren 12 Monaten sollen in einem dritten Besuch die Wirksamkeit
der „Soforthilfen“ überprüft und mögliche Veränderungen des Nutzerverhaltens
erfragt werden. Während des gesamten Projektes werden die „EnergieSparHelfer“
durch das GWA-Team der Caritas Duisburg „sozialpädagogisch“ begleitet.
Rückfragen:
Hans-Jürgen Schick, Leiter der GemeinWohlArbeit der Caritas Duisburg
Telefon: 0203 / 2865643, E-Mail:
energie@caritas-duisburg.de
