Presse-Info 043 / 2010 : "Gemeinsam für eine soziale Stadt"
Werner Groß-Mühlenbruch, Direktor der Caritas Oberhausen, übernimmt Federführung in der "AG Wohlfahrt"
Oberhausen (cde) -
Der neue Sprecher der Oberhausener „Arbeitsgemeinschaft der
freien Wohlfahrtsverbände (AGW)“ heißt Werner Groß-Mühlenbruch. Der Direktor
des örtlichen Caritasverbandes übernahm die koordinierende Aufgabe jetzt
turnusgemäß von Jochen Kamps, der dieses Amt als Geschäftsführer der
Arbeiterwohlfahrt zwei Jahre inne hatte.
Obwohl sie teilweise durchaus „Konkurrenten“ im Bereich sozialer Dienste und
Einrichtungen sind, arbeiten die Wohlfahrtsverbände vor Ort eng zusammen.
„Neben einem regelmäßigen Informationsaustausch steht die Behandlung aktueller
sozialer Themen und Entwicklungen auf der Tagesordnung“, fasst Werner
Groß-Mühlenbruch die wesentlichen Inhalte der AGW-Arbeit zusammen. „Dabei
verstehen wir uns als Partner der Kommunalpolitik, die wir konstruktiv-kritisch
unterstützen wollen.“ Dies spiegle sich unter anderem in der Mitarbeit in
verschiedensten Gremien und Arbeitskreisen wie dem „Runden Tisch“ des
Oberbürgermeisters oder dem „Präventiven Rat“ wider. In diesem Kontext wolle
man sich aber auch zu Fehlentwicklungen äußern. „Das entspricht unserem Profil
als Lobby für Menschen, die aus unserer Gesellschaft ausgeschlossen zu werden
drohen oder bereits außen vor sind“, verdeutlicht der AGW-Sprecher das
gemeinsame Anliegen der Wohlfahrtsverbände.
So sei man auch mit der Entscheidung des
Bundesverfassungsgerichtes in Sachen Hartz-IV
sehr zufrieden: „Dieses
Urteil hat unsere kritische Haltung insbesondere hinsichtlich der Berechnung
der Kindersätze eindeutig bestätigt“, bilanziert Groß-Mühlenbruch. In den
Beratungsstellen der Verbände seien die Auswirkungen der Gesetzgebung ganz
konkret deutlich geworden: „Zum Beispiel sind die Anfragen nach Beihilfen für
Einschulung, Ausflüge oder Bekleidung drastisch gestiegen.“ Dies gelte auch für
Beratungsanfragen bei unklaren Bescheiden oder Sperrfristen. Das Gesetz habe
Kinder wie Eltern immer mehr zu Bittstellern gemacht. Durch die an den Satz für
Erwachsene gekoppelte Berechnung habe es zudem viele Kinder aus Bereichen wie
Bildung und Kultur nahezu ausgeschlossen und damit deren Chancen
verringert. Insoweit sei man in Oberhausen sehr froh darüber, dass das
Gericht den besonderen, ganz eigenen Bedarf von Kindern unabhängig von den
Sätzen Erwachsener anerkannt habe. „Das ist ein wichtiger Schritt gegen
Kinderarmut und für die Zukunft betroffener Kinder“, anerkennt der AGW-Sprecher
die höchstrichterliche Entscheidung. Man hoffe jetzt auf eine transparente und
angemessene Neuordnung des Gesetzes. rm
