Diözesan-Caritasverband Essen, 24.02.2010

Presse-Info 043 / 2010 : "Gemeinsam für eine soziale Stadt"

Werner Groß-Mühlenbruch, Direktor der Caritas Oberhausen, übernimmt Federführung in der "AG Wohlfahrt"

Oberhausen (cde) - Der neue Sprecher der Oberhausener „Arbeitsgemeinschaft der freien Wohlfahrtsverbände (AGW)“ heißt Werner Groß-Mühlenbruch. Der Direktor des örtlichen Caritasverbandes übernahm die koordinierende Aufgabe jetzt turnusgemäß von Jochen Kamps, der dieses Amt als Geschäftsführer der Arbeiterwohlfahrt zwei Jahre inne hatte.

Obwohl sie teilweise durchaus „Konkurrenten“ im Bereich sozialer Dienste und Einrichtungen sind, arbeiten die Wohlfahrtsverbände vor Ort eng zusammen. „Neben einem regelmäßigen Informationsaustausch steht die Behandlung aktueller sozialer Themen und Entwicklungen auf der Tagesordnung“, fasst Werner Groß-Mühlenbruch die wesentlichen Inhalte der AGW-Arbeit zusammen. „Dabei verstehen wir uns als Partner der Kommunalpolitik, die wir konstruktiv-kritisch unterstützen wollen.“ Dies spiegle sich unter anderem in der Mitarbeit in verschiedensten Gremien und Arbeitskreisen wie dem „Runden Tisch“ des Oberbürgermeisters oder dem „Präventiven Rat“ wider. In diesem Kontext wolle man sich aber auch zu Fehlentwicklungen äußern. „Das entspricht unserem Profil als Lobby für Menschen, die aus unserer Gesellschaft ausgeschlossen zu werden drohen oder bereits außen vor sind“, verdeutlicht der AGW-Sprecher das gemeinsame Anliegen der Wohlfahrtsverbände.

So sei man auch mit der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes in Sachen Hartz-IV sehr zufrieden: „Dieses Urteil hat unsere kritische Haltung insbesondere hinsichtlich der Berechnung der Kindersätze eindeutig bestätigt“, bilanziert Groß-Mühlenbruch. In den Beratungsstellen der Verbände seien die Auswirkungen der Gesetzgebung ganz konkret deutlich geworden: „Zum Beispiel sind die Anfragen nach Beihilfen für Einschulung, Ausflüge oder Bekleidung drastisch gestiegen.“ Dies gelte auch für Beratungsanfragen bei unklaren Bescheiden oder Sperrfristen. Das Gesetz habe Kinder wie Eltern immer mehr zu Bittstellern gemacht. Durch die an den Satz für Erwachsene gekoppelte Berechnung habe es zudem viele Kinder aus Bereichen wie Bildung und Kultur nahezu ausgeschlossen und damit deren Chancen verringert.  Insoweit sei man in Oberhausen sehr froh darüber, dass das Gericht den besonderen, ganz eigenen Bedarf von Kindern unabhängig von den Sätzen Erwachsener anerkannt habe. „Das ist ein wichtiger Schritt gegen Kinderarmut und für die Zukunft betroffener Kinder“, anerkennt der AGW-Sprecher die höchstrichterliche Entscheidung. Man hoffe jetzt auf eine transparente und angemessene Neuordnung des Gesetzes.   rm