Caritasverband für das Bistum Essen e.V. - „Verschwundener Vater“ aus dem Irak wieder bei seinen Kindern in Essen

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Projektübersicht
Irak 2009 - Christen im Nordirak - Flüchtlinge aus dem Irak
Vorschlag zum Landwirtschaftsprojekt-Irak und Fotostrecke
„Verschwundener Vater“ aus dem Irak wieder bei seinen Kindern in Essen
Pressespiegel: Christ in der Gegenwart vom 17.08.2009. Von Babylon ins "gelobte Land"
Pressespiegel: Ruhrwort - BKU - Hilfe für christliche Iraker
Pressespiegel: TAZ - Essen - Reichlich Weihrauch

„Fast wie eine Weihnachtsgeschichte" – „Verschwundener Vater" aus dem Irak wieder bei seinen Kindern in Essen

Essen/Erbil/Ankara (cde)„Fast wie ein Weihnachtsmärchen", so bezeichnete ein Radiomoderator die Geschichte vom wieder aufgetauchten, schon todgeglaubten irakischen Vater von sieben Kindern, die in Essen leben.

Düsseldorf-Flughafen, Ankunftsbereich: Gleich drei Kamerateams, Pressefotografen und die sieben Kindern mit den Großeltern und zahlreiche Verwandte drängten sich vor der Tür der Gepäckabfertigung. Sie warteten ungeduldig auf die kleine Gruppe, die mit dem Flugzeug aus Istanbul gekommen war. Jalal Shaaja, der Vater der sieben Kinder, Shairzid Thomas, Dolmetscher und ehrenamtlicher Caritasmitarbeiter und Rudi Löffelsend, langjähriger Chef der Auslandshilfe der Caritas im Ruhrbistum.

Applaus, Freudenschreie, Scheinwerfer, wie im Film, als die Tür aufging und die drei herauskamen. Die Kinder, mit Blumen bewaffnet, rannten zum Vater, drückten und herzten ihn, nur Jusuf, mit zwei Jahren der Jüngste, konnte mit diesem fremden Mann nichts anfangen. Er war gerade drei Monate alt, als der Vater entführt wurde. Tränen, Umarmungen, Interviews, richtig hektisch ging es zu. Aber es ist das gute Ende eines zweijährigen Dramas. Und der „Presserummel"? „Es geht darum", so Rudi Löffelsend, „die Situation der verfolgten Christen im Irak zu verdeutlichen. Hier wird es hautnah getan."

Hinter den Dreien lagen 48 Stunden in der Türkei, um den Vater mit dem notwendigen Visum auszustatten und gleich mitzubringen. Herr Shaaja war zeitgleich mit Thomas und Löffelsend nachmittags von Erbil, im Nordirak nach Istanbul geflogen. Die beiden anderen von Düsseldorf aus, allerdings mit drei Stunden Verspätung. Der Flughafen in Istanbul war wegen der Ferienzeit übervoll. Nach einigen Suchen wurde der Vater endlich gefunden. Nach einer kurzen Nacht ging es frühmorgens mit dem Flugzeug nach Ankara zur Deutschen Botschaft, zur Visaerteilung. Zuvor waren monatelange Bemühungen notwendig um überhaupt einen Reisepasses für den Vater im Irak zu bekommen. Für die Visumserteilung hatte die Caritas im Ruhrbistum sowohl mit der Konsularabteilung der Botschaft als auch mit dem Essener Ausländeramt vieles vorab geklärt, so dass die Erteilung des Visums eigentlich klappen sollte an diesem Tag.

Die in einem Extragebäude untergebrachte Konsularabteilung ist gut sortiert und gut bewacht. Nachdem die „Essener Gruppe" sich bei den Wachleuten bemerkbar gemacht hatte, dauerte es nicht lange, bis der Leiter der Abteilung die Gruppe in Empfang nahm. In knapp 90 Minuten war das Visum auf Familienzusammenführung erteilt. Dann ging es im Eiltempo zurück zum Flughafen, und zurück nach Istanbul, am nächsten Morgen mit der Frühmaschine nach Düsseldorf. Eine zweijährige Odyssee hatte ein Ende.

Nicht ganz – jetzt geht es in Essen weiter: Ausländeramt, Job-Center, Krankenkasse, Rentenversicherung, Sprachkurs, und, und und.
Gleichzeitig mit der Ankunft des Vaters ist ein Umzug in eine andere Wohnung notwendig, damit die Kinder mit dem Vater eine eigene Wohnung haben und die Großeltern mit ihren Kindern eine eigene, im gleichen Haus. Die Suche nach Wohnraum für 12 Personen hatte Monate gedauert. Also, keine Pause für alle. rl


              
                         
            
 Fotos Jakob Studmar / WAZ

Pressemedien zu diesem Thema:

WAZ vom 28.06.2009 : Totgeglaubter Iraker trifft in NRW seine Kinder wieder

WDR 2 vom 29.06.2009 : Wiedersehen nach langer Zeit - Irakische Familie vereint