Presse-Info 117 / 2010 : "Ein selbstbestimmtes Leben ermöglichen"
Sozialwerk St. Georg präsentiert neue Angebote für Menschen mit Behinderungen
Gelsenkirchen
(cde)
Ein
selbstbestimmtes Leben führen, am gesellschaftlichen Leben teilhaben – das ist
wohl der Wunsch aller Menschen. Doch für Menschen mit geistigen, körperlichen
oder psychischen Handicaps erfüllt er sich oft nicht. „Das wollen wir ändern,
und das haben wir auch schon oft geschafft“, sagt Vorstandssprecher Dieter
Czogalla des in Gelsenkirchen beheimateten Sozialwerks St. Georg bei der
Vorstellung des Geschäftsberichts 2009.
Immer wieder entwickelt man bei St. Georg neue Ideen, damit Menschen mit
Behinderungen zeigen können, „was sie drauf haben“. So sind im ländlichen Raum
vier „Tante Emma-Läden“ entstanden, die gerade von älteren, nicht mehr so
mobilen Menschen gern genutzt werden. Auch an die gemeinnützige
Arbeitnehmerüberlassung will sich das Sozialwerk heranwagen. „Die Menschen
bleiben bei uns tariflich entlohnt beschäftigt, können sich aber bei privaten
Firmen beweisen. In Österreich hat man damit gute Erfahrungen gemacht. Bei uns steckt
es noch in den Kinderschuhen“, verdeutlicht Wolfgang Meyer, dass auch künftig
noch viel zu tun bleibt.
Da eine
Arbeitsstelle ein wichtiger Schlüssel zur Teilhabe ist, bietet das Sozialwerk
Menschen mit Behinderungen viele Möglichkeiten, sich auf dem Arbeitsmarkt zu
beweisen. „Das ist viel mehr als die klassischen Werkstätten, an die sofort
jeder denkt. So bieten wir zum Beispiel einen Service rund um`s Auto vom
Reifenwechsel bis zur Lackpolitur, kleine Hausmeister- und Reparaturdienste und
produzieren exklusiv das Schalke 04-FanBike“, zählt Vorstandsmitglied Wolfgang
Meyer auf. Vor allem der Dienstleistungsbereich soll stärker ausgebaut und die
Angebote miteinander verzahnt werden. „Während gerade das Auto auf Vordermann
gebracht wird, kann man im benachbarten Café LebensArt Kaffee und Kuchen
genießen und findet unter den hier erhältlichen Deko-Artikeln auch gleich noch
das passende Geburtstagsgeschenk“, erläutert Wolfgang Meyer.
Rund 3.300 Menschen im Ruhrgebiet sowie im nördlichen und südlichen Westfalen
werden auf ganz unterschiedliche Art und Weise unterstützt, um am Leben
teilzuhaben. Vor allem die ambulanten Hilfen wurden unter dem Motto „Chancen
geben - Vielfalt erleben“ ausgebaut. „Wir haben den Menschen im Blick mit
seinen jeweiligen Schwächen, aber auch Stärken, die wir stützen und fördern
wollen“, sagt Dieter Czogalla. Bei 183 Menschen sei es mit der Hilfe zur
Selbsthilfe 2009 gelungen, sie zu einem Leben ohne stützende oder fördernde
Maßnahmen zu befähigen. „So viele wie nie zuvor“, freut sich der
Vorstandssprecher.
Womöglich könnten es noch mehr Menschen sein, gäbe es da nicht das leidige
„Töpfchendenken“. Es sei schwierig und langwierig Maßnahmen für die
verschiedenen Bedürfnisse der Menschen aus den unterschiedlichsten Fördertöpfen
zu finanzieren, so Czogalla. „Das hat man auch in der Politik erkannt und das
Persönliche Budget für Menschen mit Behinderungen geschaffen. So lässt sich die
passende Hilfe leichter individuell zusammenstellen. Doch leider wird es noch
zu selten genutzt, obwohl wir gern bei der Beantragung helfen“, bedauert Dieter
Czogalla. (mw)
weitere Infos über Regina Bruns, Telefon: 0209 7004-235
eMail:
R.Bruns@sozialwerk-st-georg.de
