Diözesan-Caritasverband Essen, 21.07.2010

Presse-Info 117 / 2010 : "Ein selbstbestimmtes Leben ermöglichen"

Sozialwerk St. Georg präsentiert neue Angebote für Menschen mit Behinderungen

Gelsenkirchen (cde) Ein selbstbestimmtes Leben führen, am gesellschaftlichen Leben teilhaben – das ist wohl der Wunsch aller Menschen. Doch für Menschen mit geistigen, körperlichen oder psychischen Handicaps erfüllt er sich oft nicht. „Das wollen wir ändern, und das haben wir auch schon oft geschafft“, sagt Vorstandssprecher Dieter Czogalla des in Gelsenkirchen beheimateten Sozialwerks St. Georg bei der Vorstellung des Geschäftsberichts 2009.

Immer wieder entwickelt man bei St. Georg neue Ideen, damit Menschen mit Behinderungen zeigen können, „was sie drauf haben“. So sind im ländlichen Raum vier „Tante Emma-Läden“ entstanden, die gerade von älteren, nicht mehr so mobilen Menschen gern genutzt werden. Auch an die gemeinnützige Arbeitnehmerüberlassung will sich das Sozialwerk heranwagen. „Die Menschen bleiben bei uns tariflich entlohnt beschäftigt, können sich aber bei privaten Firmen beweisen. In Österreich hat man damit gute Erfahrungen gemacht. Bei uns steckt es noch in den Kinderschuhen“, verdeutlicht Wolfgang Meyer, dass auch künftig noch viel zu tun bleibt.

Da eine Arbeitsstelle ein wichtiger Schlüssel zur Teilhabe ist, bietet das Sozialwerk Menschen mit Behinderungen viele Möglichkeiten, sich auf dem Arbeitsmarkt zu beweisen. „Das ist viel mehr als die klassischen Werkstätten, an die sofort jeder denkt. So bieten wir zum Beispiel einen Service rund um`s Auto vom Reifenwechsel bis zur Lackpolitur, kleine Hausmeister- und Reparaturdienste und produzieren exklusiv das Schalke 04-FanBike“, zählt Vorstandsmitglied Wolfgang Meyer auf. Vor allem der Dienstleistungsbereich soll stärker ausgebaut und die Angebote miteinander verzahnt werden. „Während gerade das Auto auf Vordermann gebracht wird, kann man im benachbarten Café LebensArt Kaffee und Kuchen genießen und findet unter den hier erhältlichen Deko-Artikeln auch gleich noch das passende Geburtstagsgeschenk“, erläutert Wolfgang Meyer.

Rund 3.300 Menschen im Ruhrgebiet sowie im nördlichen und südlichen Westfalen werden auf ganz unterschiedliche Art und Weise unterstützt, um am Leben teilzuhaben. Vor allem die ambulanten Hilfen wurden unter dem Motto „Chancen geben - Vielfalt erleben“ ausgebaut. „Wir haben den Menschen im Blick mit seinen jeweiligen Schwächen, aber auch Stärken, die wir stützen und fördern wollen“, sagt Dieter Czogalla. Bei 183 Menschen sei es mit der Hilfe zur Selbsthilfe 2009 gelungen, sie zu einem Leben ohne stützende oder fördernde Maßnahmen zu befähigen. „So viele wie nie zuvor“, freut sich der Vorstandssprecher.

Womöglich könnten es noch mehr Menschen sein, gäbe es da nicht das leidige „Töpfchendenken“. Es sei schwierig und langwierig Maßnahmen für die verschiedenen Bedürfnisse der Menschen aus den unterschiedlichsten Fördertöpfen zu finanzieren, so Czogalla. „Das hat man auch in der Politik erkannt und das Persönliche Budget für Menschen mit Behinderungen geschaffen. So lässt sich die passende Hilfe leichter individuell zusammenstellen. Doch leider wird es noch zu selten genutzt, obwohl wir gern bei der Beantragung helfen“, bedauert Dieter Czogalla. (mw)

weitere Infos über Regina Bruns, Telefon: 0209 7004-235
eMail: R.Bruns@sozialwerk-st-georg.de