Ratgeber

Migration und Integration

Sie wollen als Deutscher vorübergehend oder dauerhaft im Ausland leben und arbeiten? Sie wollen in Ihrem Sozialraum / Stadtviertel aktiv als Ehrenamtlicher die Integration von ausländischen Mitbürgern unterstützen?

Viele Menschen ohne deutschen Pass leben auf Zeit, die meisten jedoch auf Dauer in unserem Land. Fast die Hälfte aller Ausländer in Deutschland leben schon seit mehr als 15 Jahren hier. Zwei Drittel aller Kinder und Jugendlichen sind bereits in Deutschland geboren. Jährlich kommen viele tausend Menschen in unser Land, darunter viele, die in Deutschland Schutz vor Verfolgung in ihrer Heimat suchen. Man darf aber auch nicht übersehen, dass jährlich ebenfalls sehr viele, auch sehr viele Deutsche, unser Land verlassen und aus- oder weiterwandern.

Kirche und Caritas haben sich von Anfang an den Problemen von Zu-, Aus- und Weiterwanderung gestellt. Die Caritas sieht es als eine ihrer Basisaufgaben an, Menschen in dieser Situation zu begleiten, zu beraten und im Integrationsprozess zu fördern. Integration ist nicht nur Sache des Migranten, auch die einheimische Gesellschaft muss daran beteiligt werden. Die Sozialarbeit versucht Begegnungen zu organisieren, Verständnis zu wecken, Distanz abzubauen und damit einen wertvollen Beitrag zum Erhalt des sozialen Friedens zu leisten.

Wir im Ruhrgebiet sind stolz auf die in deutlich mehr als 100 Jahren durch mehrere Einwanderungswellen gewachsene Vielfaltskultur und die Toleranz unserer Mitbürger gegenüber Fremden und Zuwanderern. Natürlich ging die Entwicklung in der Vergangenheit auch nicht problem- und reibungslos vor sich, natürlich gab es in der langen Migrationsgeschichte des "Revier" auch zahlreiche Konflikte. Aber hier hat fast jeder einen Migrationshintergund in erster, zweiter oder dritter Generation. Die Caritas mit ihren lokalen Beratungsstellen für Integration und Migration im Bistum Essen hat in vielen Jahrzehnten respektablen Anteil an der grundsätzlich positiven Entwicklung. Allerdings muss die Arbeit ständig fortgesetzt, müssen die Grundlagen der Arbeit mit Migranten stets den sich verändernden Rahmenbedingungen angepasst werden, um die Würde der Menschen und deren Rechte auf Teilhabe und Integration und die Toleranz der einheimischen Gesellschaft fortzuschreiben.