Ottilie S. und ihre ehrenamtliche Betreuerin Susanne Jortzik /    Alexander Richter

Pressemitteilung

gesetzliche Betreuung

Der Direktor der Caritas im Ruhrbistum, Andreas Meiwes beklagt, dass die neun katholischen Betreuungsvereine am Rande ihrer Kapazitäten sind. „Wegen des hohen Bedarfs und der Aufgabenfülle wissen wir nicht, wie lange sie noch weitermachen können.“ mehr

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Betreuung - was ist das?

Voraussetzungen einer Betreuungseinrichtung nach §1896 BGB: psychische, geistige, seelische oder körperliche Krankheit oder Behinderung, die dazu führt, dass ein Betroffener alle oder einige seiner Angelegenheiten nicht mehr selber regeln kann.

Betreuer werden unterschieden in:

  • ehrenamtliche Betreuer (Angehörige oder nicht verwandte Ehrenamtliche),
  • Vereinsbetreuer (= Mitarbeiter von Betreuungsvereinen),
  • freiberufliche Betreuer (Anwälte, Sozialarbeiter, Altenpfleger, Kaufleute etc.. Für die Führung von Betreuungen ist keine spezifische Ausbildung erforderlich.

Betreuungsvereine sind eigenständig oder u. a. in bestehende SKF, SKM, Caritasvereine integriert. Sie haben eine Anerkennung vom Landesbetreuungsamt als Betreuungsverein tätig zu sein. Die Betreuungsvereine müssen selber Betreuungen führen und haben die Pflicht, ehrenamtliche Betreuer zu werben, zu schulen und zu begleiten sowie über Vorsorgevollmachten und Patientenverfügungen zu informieren.

Betreuer müssen vom Gericht bestellt werden und geeignet sein eine Betreuung zuführen. Sie müssen bereit sein diese Aufgabe längere Zeit (Monate/Jahre) zu übernehmen. Betreuer müssen Hilfen für ihre Betreuten organisieren nicht diese Hilfe selber erbringen. Also z. B. Pflege organisieren nicht Pflege selber leisten.

Ehrenamtliche, die eine Betreuung übernehmen möchten sollten Freude am Umgang mit Menschen haben und andere Lebens- und Wertvorstellungen akzeptieren. Die Aufgabe von Betreuern ist so vielfältig, wie das Leben und die Menschen. Zu Regeln sind z. B. Behörden-, Post-, Vermögens- und Gesundheitsangelegenheiten.

 

Gerda Sch. und ihre Betreuerin Monika Ishar

Reportage

gesetzliche Betreuung

Gesetzliche Betreuung als Ehrenamt: Aus dem Alltag vier ganz unterschiedlicher Frauen. mehr

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Betreuungsvereine

Betreuungsvereine - sie begleiten ehrenamtliche Betreuer/innen

Eine große Herausforderung für die Betreuungsvereine ist es, Menschen zu finden, die diese verantwortungsvolle Tätigkeit ehrenamtlich übernehmen wollen. In keinem anderen Arbeitsfeld bringen sich in diesem Maße Ehrenamtliche ein. Bei der Caritas im Bistum Essen sind es vor allem die Fachverbände Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) und Sozialdienst katholischer Männer (SKM), die Betreuungen leisten.

Sie begleiten Jahr für Jahr rund 800 Freiwillige, die alte, kranke und behinderte Menschen vertreten, die ihre Angelegenheiten nicht mehr selbst regeln können. Die Vereine werben für dieses Ehrenamt, sie schulen angehende Betreuer und begleiten sie bei ihrer Tätigkeit. Vor allem stehen sie ihren ehrenamtlichen Kollegen im Krisenfällen zur Seite. Darüber hinaus haben die Vereine die Aufgabe über Vorsorgevollmachten, Patienten- und Betreuungsverfügungen zu informieren.

Betreuungsvereine fordern bessere Rahmenbedingungen

Die katholischen Betreuungsvereine haben sich für eine Verbesserung ihrer finanziellen Rahmenbedingungen eingesetzt. Sie fordern in einer bundesweiten Kampagne, die seit 2005 unveränderten Vergütungssätze wieder auf ein kostendeckendes Niveau zu heben. Fast 80 Prozent schreiben bundesweit rote Zahlen und bei den neun Vereinen der Caritas im Bistum Essen sieht es nicht besser aus. Der Stundensatz für einen professionellen Betreuer von zurzeit 40 Euro reicht nicht aus; gebraucht werden mindestens 52 bis 54 Euro.

Von der Entmündigung zur rechlichen Betreuung

Der Begriff "Rechtliche Betreuung" wurde 1992 eingeführt, und ersetzte den bis dahin gängigen Begriff der "Entmündigung". Entmündigung ist die völlige Fremdbestimmung. Heute geht es in der rechtlichen Betreuung vielmehr darum, Menschen in Teilbereichen des Lebens zu unterstützen, aber sie nicht komplett ihrer Eigenverantwortung zu entheben. Betreute Menschen sollen soweit wie möglich ihre Angelegenheiten selbst bestimmen. Mit der Wirksamkeit der UN-Behindertenrechtskonvention, sind Menschenrechtsfragen zunehmend in den Vordergrund getreten, damit auch Fragen der Selbstbestimmung, mit Konsequenzen für das Betreuungsrecht.

Anzahl der Betreuungen nimmt zu

Die Zahl der rechtlichen Betreuungen hat sich in den vergangenen zehn Jahren fast verdreifacht. Gründe dafür sind: zunehmender Altersdurchschnitt, Zunahme psychischer Erkrankungen und komplexer werdende Lebenszusammenhänge, die Menschen überfordern. 

 

Fachtag am 13.09.2017 

Am 13.09.2017 fand der Fachtag zum Thema "25 Jahre Rechtliche Betreuung - alles ändert sich?! im Hause des Caritasverbandes für das Bistum Essen e. V. statt. Die Vorträge der Referentinnen und Referenten: Professorin Doktorin Dagmar Brosey, Barbara Dannhäuser, Professor Doktor Reiner Adler und Professor Doktor Paul-Stefan Roß finden Sie nachfolgend.

Download

Essen Profilentwicklung Betreuungsvereine –Wo geht es hin? von Prof. Dr. Paul-Stefan Roß

25 Jahre Rechtliche Betreuung - alles ändert sich?!

Qualität in der rechtlichen Betreuung von Prof. Dr. Dagmar Brosey

25 Jahre Rechtliche Betreuung - alles ändert sich?!

Betreuungsverein als zivilgesellschaftliche Mitte von Prof. Dr. Reiner Adler

25 Jahre Rechtliche Betreuung - alles ändert sich?!

ISG Studie von Barbara Dannhäuser

25 Jahre Rechtliche Betreuung - alles ändert sich?!