Eine Kita steht nicht alleine da. Rund um jede Einrichtung gibt es Menschen und Angebote, die Kinder und Familien unterstützen können: Frühförderstellen, Ärzt:innen, Therapeut:innen, Beratungsstellen oder das Jugendamt. Und die wichtigsten Partner sind die Eltern. Das Modul 3 zeigt, wie aus diesen Verbindungen ein tragfähiges Netz für jedes Kind entstehen kann.
Inhalte und Lernergebnisse:
Inklusion im weiten Sinn: Vielfalt der Familien im Blick.
Im Kompetenzprofil Inklusion verstehen wir Inklusion in einem weiten Sinn. Es geht nicht nur um Kinder mit Behinderung. Auch Herkunft und Sprache, die finanzielle Lage einer Familie, die Familienform, das Geschlecht oder die Religion können darüber mitentscheiden, ob ein Kind gleichberechtigt teilhaben kann. Oft kommen mehrere dieser Merkmale zusammen und verstärken sich gegenseitig. Ein Kind kann zum Beispiel zugleich Förderbedarf haben, in einer Familie mit wenig Geld aufwachsen und zu Hause eine andere Sprache sprechen. In der Fachsprache heißt dieses Zusammenspiel Intersektionalität. Wer Familien gut begleiten will, muss es im Blick haben.
Netzwerk im Sozialraum: Partner rund um die Kita kennen.
Im ersten Teil von Modul 3 geht es um eine zentrale Frage: Wer ist wofür zuständig? Die Fachkräfte klären ihren eigenen Auftrag und lernen, wo ihre Aufgabe endet und wann sie Familien an andere Stellen weiterleiten.
Sie lernen die Partnerinnen und Partner im Sozialraum kennen, zum Beispiel:
- Sozialpädiatrische Zentren und Frühförderzentren
- Das Jugendamt und Familienzentren.
- Ärztinnen und Ärzte sowie Therapeut:innen.
- Weitere Beratungsstellen
So können die Fachkräfte den Familien gezielt sagen, welches Angebot zu ihrer Situation passt.
Jeder Stadtteil ist anders. Deshalb können die Teilnehmenden Schwerpunkte setzen, die zu den Familien in ihrem Umfeld passen, etwa Angebote für mehrsprachige Familien, für Familien in schwierigen Lebenslagen oder für Alleinerziehende. Zum Abschluss erkunden sie mit ihrem Team den eigenen Stadtteil und halten fest, welche Unterstützungsangebote es dort gibt.
Inklusive Erziehungspartnerschaft: Eltern auf Augenhöhe begleiten.
Im zweiten Teil von Modul 3 steht die Zusammenarbeit mit den Eltern im Mittelpunkt. Die Fachkräfte lernen, Familie als Ganzes zu sehen in all ihrer Vielfalt. Dazu gehören Ein-Eltern-Familien, Patchwork- und Regenbogenfamilien, Pflege- und Adoptivfamilien sowie Familien mit ganz unterschiedlichen kulturellen, religiösen und sozialen Hintergründen.
Die Teilnehmenden setzen sich außerdem damit auseinander, was Eltern durchleben, wenn sich der Verdacht auf eine Behinderung ihres Kindes ergibt bis hin zur Diagnose. Diese Phase ist oft von Sorgen, Unsicherheit und auch Abwehr geprägt. Wer diese Prozesse versteht, kann Eltern einfühlsam begleiten. Die Teilnehmenden üben Elterngespräche, die vom Kind ausgehen und nach Lösungen suchen. So entsteht Vertrauen, unabhängig davon, woher eine Familie kommt und wie sie lebt.
Eingliederungshilfe beantragen: Familien unterstützen.
Viele Familien wissen nicht, welche Hilfen ihnen zustehen und wie sie diese bekommen. Die Teilnehmenden lernen die Schritte kennen, mit denen Familien Leistungen der Eingliederungshilfe beantragen, und erfahren, wie die Kita sie dabei unterstützen können.
Das bringt Ihnen Modul 3 des Kompetenzprofils Inklusion:
Nach der Teilnahme an Modul 3 wissen Sie genau, was Ihre Rolle ist und an wen Sie Familien weiterverweisen können. Sie erkennen, wenn mehrere Belastungen zusammenkommen und finden passende Unterstützung für die ganze Familie. Die Zusammenarbeit mit Eltern gestalten Sie partnerschaftlich und langfristig. Davon profitieren alle: Die Familien finden schneller die passende Hilfe, und die Kinder werden von allen Beteiligten gemeinsam begleitet.
Methoden:
Vortrag/Präsentation, Gespräch/Diskussion, Arbeit in Kleingruppen, Perspektivwechsel, kollegialer Austausch, Erkundung des Stadtteils, lösungsorientierte Gesprächsführungs.
Rahmen:
Dieses Modul 3 umfasst insgesamt 24 UE (1 UE = 45 Minuten), die sich wie folgt aufteilen:
- M 3.1: Vernetztes Wissen und Partner:innen im Sozialraum (8 UE)
- M 3.2: Inklusive Erziehungspartnerschaft (8 UE)
- M 3 Selbstlernzeit (8 UE) / Zwischen den Modulterminen nutzen Sie ca. 3 UE der Selbstlernzeit für eine Arbeitsaufgabe.
Das Modul 3 endet mit einem Modulabschluss. Näheres hierzu wird im Seminar bekannt gegeben.
Das Modul 3 ist Teil der Weiterbildung "Kompetenzprofil Inklusion in der Kita: Vielfalt gemeinsam leben", kann aber auch als Einzelfortbildung gebucht werden, ohne an der gesamten Weiterbildung teilzunehmen.
Das Konzept der modular aufgebauten Weiterbildung ist auf Basis der Arbeitsgemeinschaft der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege NRW, des LVR-Landesjugendamts Rheinland und des LWL-Landesjugendamts Westfalen-Lippe entwickelt.
Sie umfasst insgesamt 88 Unterrichtseinheiten (UE) in Präsenz- und Webseminaren sowie 24 UE Selbstlernzeit. Ein Einstieg ist jederzeit möglich.
Weitere Informationen zur Weiterbildung "Kompetentprofil Inklusion".
Hinweis:
Diese Veranstaltung findet statt in Kooperation mit der Kath. Erwachsenen- und Familienbildung im Bistum Essen gGmbH
Zielgruppe
Die Weiterbildung richtet sich an pädagogische Fachkräfte in Kitas. Vorkenntnisse in Heil- oder Sonderpädagogik sind nicht nötig. Gemäß Landesrahmenvertrag NRW sind Träger im Rahmen der Basisleistungen I dazu verpflichtet, ihren sozialpädagogischen Mitarbeitenden Angebote zur Aneignung heilpädagogischen Grundwissens zur Verfügung zu stellen. Diese Weiterbildung erfüllt diese Anforderung.
Kosten
280,00 € bzw. 240,00 € für Mitarbeiter:innen in Einrichtungen und Diensten der Caritas.
Veranstaltungsnummer
09.000.27