Einer der vielen Stars beim Ehrenamtstag: Das Team der Kaffee-Ape Nicola van Bonn | Caritas
Ehrenamt kann ganz schön lecker sein. Das Team der Kaffee-Ape ist jedenfalls am Samstag, 26. September, einer der vielen Stars beim Ehrenamtstag des Bistums Essen. Zeitweise bilden sich Schlangen an dem italienischen Piaggio-Dreirad namens "Limetti", auf dessen Ladefläche das Freiwilligen-Team aus der Hattinger Pfarrei St. Peter und Paul Kaffeespezialitäten von Cappuccino und Espresso bis zu Tee und Kakao serviert. "Uns macht das Spaß", sagt der Mann, der gerade den Zucker nachfüllt.
Rund 700 Menschen aus allen Teilen des Bistums Essen sind am Samstag der Einladung in die Henrichshütte gefolgt. Gut vier Jahre nach dem Ehrenamtstag im Essener Grugapark stehen diesmal in der Hattinger Industriekulisse Austausch und Vernetzung, Information und Unterhaltung für die Menschen auf dem Programm, die sich freiwillig in Pfarreien, Gemeinden, Gruppen, Verbänden und anderen katholischen Organisationen zwischen Duisburg, Bochum und dem Märkischen Sauerland engagieren.
Austausch beim Ehrenamtstag: Stefanie Siebelhoff, Direktorin des Caritasverbandes für das Bistum Essen, im Gespräch am Stand des BDKJNicola van Bonn | Caritas
Von der Bahnhofsmission bis zum Angebot "Immobilienraum" der Bistums-Verwaltung, vom Innovationslabor bis zum Bereich Weltkirche sowie Caritas präsentieren zahlreiche Abteilungen und Institutionen ihre Angebote, um Ehrenamtliche bei ihren Engagements zu unterstützen. Stefanie Siebelhoff, Direktorin des Caritasverbandes für das Bistum Essen, nutzt die Gelegenheit, mit den Besucherinnen und Besuchern ins Gespräch zu kommen und Danke zu sagen. "Es geht heute darum, die Ehrenamtlichen in den Mittelpunkt zu rücken, die Vielfalt des ehrenamtlichen Engagements sichtbar zu machen und etwas zurückzugeben", betont sie.
Ehrenamtliche nutzen Möglichkeiten zu Austausch und Vernetzung
Egal ob beim Memory-Spiel beim Domschatz, beim Entenangeln der Abteilung Liturgie und Glaubenskommunikation oder bei einem virtuellen Spaziergang auf dem Dach des Essener Doms: Mitmachen und Mitspielen ist an vielen Stellen ausdrücklich erwünscht. Gleichzeitig lässt das Programm den Gästen viel Raum zum Austausch mit anderen Ehrenamtlichen. Auf dem Weg von der Ausstellungshalle zu den Freiluftangeboten ist immer wieder "Hallo" und "Ach, ihr seid auch hier!" zu hören. Wer schon länger im kirchlichen Ehrenamt aktiv ist, trifft sich im kleinen und dicht besiedelten Bistum Essen immer wieder.
Bei den zahlreichen Workshops lernt man sich schnell kennen.Nicola van Bonn | Caritas
Oder man lernt sich bei Veranstaltungen wie dem Ehrenamtstag schnell kennen, heute zum Beispiel bei den zahlreichen Workshops zu kreativen oder spirituellen Themen oder bei den Führungen durch das Industriemuseum. "Es ist toll, hier so viele Leute zu treffen", sagt Mechtild Veit. Sie und ihr Mann Torsten engagieren sich in Gevelsberg unter anderem als Leitende von Wort-Gottes-Feiern, im Handarbeitskreis und im Kirchenvorstand.
Viele Freiwillige nutzen den Ehrenamtstag zum geselligen Teamausflug - egal ob die Frauen, die sich um die Kirche St. Liborius in Wetter-Wengern kümmern, oder das Bücherei-Team aus St. Bonifatius in Essen-Huttrop. Auch Gabriele Keilig aus Bochum-Wattenscheid ist mit ihren Kolleginnen hier. "Wir engagieren uns in der Patientenbücherei des Bochumer St.-Josef-Krankenhauses." Früher sei sie Mitglied von Gemeindegremien in St. Theresia, Wattenscheid-Eppendorf, gewesen. Aber mit dem Ruhestand habe sie nach einer neuen ehrenamtlichen Herausforderung gesucht - und in der Patientenbücherei gefunden. "Ich lese selber gern", sagt Keilig. Diese Freude versuche sie nun auch den Patientinnen und Patienten in der Klinik zu vermitteln - und ihnen damit die Zeit im Krankenhaus zu erleichtern.
„Wir sind gekommen, um zu netzwerken und zu gucken, was wir mit anderen Engagierten gemeinsam auf die Beine stellen können", sagt Hubert Röser am Stand der Caritas im Bistum Essen.Nicola van Bonn | Caritas
Tag zeigt die große Vielfalt des kirchlichen Ehrenamts
Am Ehrenamtstag wird die große Vielfalt des kirchlichen Engagements deutlich: Die einen engagieren sich im sozialen Bereich, andere in der Jugendarbeit, in der Gottesdienstgestaltung, in Gremien. Dorothea und Hubert Röser engagieren sich im katholischen Sportverband der DJK. "Wir sind gekommen, um zu netzwerken und zu gucken, was wir mit anderen Engagierten gemeinsam auf die Beine stellen können - kulturell und sozial", sagt Hubert Röser. Als Diözesanvorsitzender der DJK hat er Kontakt zum Pilgerreferat des Bistums Essen aufgenommen. "Mit dem Fahrrad pilgern - das können wir gut als spirituelles und sportliches Angebot adaptieren."
Gut, dass draußen auf der Freifläche noch die Maschine der Kaffee-Ape "Limetti" läuft. Seit bald zehn Jahren ist die Hattinger Pfarrei St. Peter und Paul mit dem ungewöhnlichen Fahrzeug unterwegs. Mal steht es sonntags nach der Messe an der Kirche, mal in der Fußgängerzone - immer gehe es darum, den Menschen mit einem leckeren Heißgetränk auch ein offenes Ohr anzubieten. Dabei ist "Limetti" auch ein Beispiel für den Wandel des Ehrenamts: Einst von einem hauptberuflichen Seelsorger gestartet, wird die Ape heute ausschließlich von Ehrenamtlichen betrieben. Die haben keinen festen Fahrplan, "sondern kommen, wenn wir Zeit haben", sagt das "Limetti"-Team. Und Lust - aber daran mangele es eigentlich nie.
Bischof dankt Ehrenamtlichen und betont: Engagement ist sehr politisch
Im abendlichen Gottesdienst dankt Bischof Franz-Josef Overbeck den Ehrenamtlichen: Mit ihrem vielfältigen Engagement "schenken Sie Hoffnung, stiften Gemeinschaft und machen Gottes Welt in unserem Bistum und an ganz vielen Orten sichtbar." Zugleich sei dieses Engagement sehr politisch, so Overbeck. "Sie geben Zeugnis von unserem Glauben, der in der Mitte der Gesellschaft ein gutes Leben für alle Menschen möchte."
Ein herzlicher Dank für die Mitorganisation und die finanzielle Unterstützung der Caritas Stiftung im Bistum Essen geht an Birgit Persch-Klein (Mitte) als Vertreterin des Caritasverbandes.Nicola van Bonn | Caritas
Der Bischof ermuntert die Ehrenamtlichen: "Setzen Sie sich weiter dafür ein, in vielen Gesprächen, da, wo man auf Menschen hofft, die Perspektiven bieten - als Christinnen und Christen können wir das."
Ehrenamtstag - gemeinsam getragen
Der Ehrenamtstag 2026 wird gemeinsam getragen vom Diözesanrat der katholischen Frauen und Männer im Bistum Essen, dem Caritasverband für das Bistum Essen und dem Bistum Essen.
(Thomas Rünker und Nicola van Bonn)