"Die Art und Weise, wie Europa und Deutschland mit Flucht und Migration umgehen, ist ein Maßstab für die Stärke unseres Rechtsstaats und für die Klarheit unserer Werte", so Frank Johannes Hensel, Diözesan-Caritasdirektor für das Erzbistum Köln. "Jede Ordnung muss der Wahrung der Würde des einzelnen Menschen dienen."
Die Caritas begrüßt das Ziel der Reform, Zuständigkeiten innerhalb Europas zu regeln und Verfahren stärker zu vereinheitlichen. Zugleich warnt sie davor, das neue Vorgehen vor allem auf Abschreckung und beschleunigte Zurückweisung auszurichten. Es muss sicher sein, dass Schutzsuchende die Rechte, die sie haben, auch kennen und wahrnehmen können.
Besonders in Grenz- und Rückkehrverfahren brauche es unabhängige Beratung, Rechtsschutz und Regelungen für vulnerable Menschen. Kritisch bewertet die Caritas zudem Modelle sogenannter "Return Hubs", bei denen Rückführungsverfahren in Drittstaaten ausgelagert werden.
"Die Reform wird sich daran messen lassen müssen, ob sie Verfahren ordnet, ohne Schutzrechte auszuhöhlen und ohne die Schwächsten aus dem Blick zu verlieren", betont Stefanie Siebelhoff, Diözesan-Caritasdirektorin für das Bistum Essen.
Die Caritas verweist zudem auf die aktuellen Äußerungen von Papst Leo zur Bedeutung von Migration für Europa. Auch aus christlicher Perspektive müsse sich die europäische Asylpolitik daran ausrichten, die Menschenwürde und den Flüchtlingsschutz zu wahren.