Die Zukunft der Tagespflege stand im Mittelpunkt eines Fachtags der Caritas im Bistum Essen, zu dem am 16. September rund 20 Einrichtungsleitungen aus der Tagespflege ins Haus der Caritas in der Essener City gekommen waren. Sebastian Geis, Referent für ambulante Pflege und Tagespflege im Diözesan-Caritasverband Essen, betonte die wichtige Rolle der Tagespflege in der pflegerischen Infrastruktur. Trotz der vielerorts erlebten Herausforderungen wie wirtschaftlichem Druck, den Auswirkungen des Pflegeneuordnungsgesetzes und Fragen der Auslastung gebe es bereits innovative und kreative Lösungsideen zur Sicherung der Tagespflege in den Einrichtungen, betonte Geis.
Unternehmensberater Udo Winter richtete den Blick auf die wirtschaftliche Seite der Tagespflege. Er appellierte, die Wirtschaftlichkeit stärker in den Fokus zu nehmen. Dazu gehöre es, den Bekanntheitsgrad der Angebote zu erhöhen und den individuellen Bedarf vor Ort zu analysieren. Zugleich präsentierte er kreative Ideen, die über die Betreuung hinausgingen. Dazu zählten die Vermietung der Räume an Vereine, eigene Reiseangebote für die Gäste sowie Angebote aus den Bereichen Kultur, Literatur und Musik.

Einen Praxiseinblick, wie pflegebedürftige Menschen in ihrer Mobilität gefördert werden können, gab Angela Lause von der Tagespflege Rees. Sie zeigte, wie sich körperliche Aktivität gezielt in den Tagespflege-Alltag integrieren lässt und welchen Stellenwert die Beweglichkeit für die Lebensqualität der Gäste hat. Simone Gärtner und Janik Dürselen vom Landessportbund NRW stellten das Zertifikat "Bewegtes Altern in Einrichtung, Pflege & Verein" vor. Es handelt sich um eine modular aufgebaute Weiterbildung, mit der Mitarbeitende in den Einrichtungen praxisnahe Kompetenzen zur Bewegungsförderung mit älteren Menschen erwerben und so Bewegung dauerhaft im Pflegealltag verankern können.
Bei der interkulturellen Tagespflege in Bottrop wird Vielfalt in Gemeinschaft gelebt. Auch beim Essen wird auf kulturelle Besonderheiten Rücksicht genommen.
Caroline Atmaca und Sabrina Augustyn von der ASB-Tagespflege "Am Alten Südring" in Bottrop zeigten, wie interkulturelle Pflege im Alltag gelingt. In der Einrichtung werden Menschen mit unterschiedlichem kulturellem Hintergrund gemeinsam betreut, kultursensibel bis hin zur Ernährung und begleitet von einem mehrsprachigen Team. Ihr Beitrag machte deutlich, wie kulturelle Vielfalt zur Selbstverständlichkeit im Pflegealltag werden kann.
Katja Götz-Fillbrandt vom Kneipp-Bund Landesverband NRW gab Einblicke in die Gesundheitsförderung nach Kneipp. Das ganzheitliche Konzept lässt sich mit einfachen Mitteln in den Alltag einer Einrichtung einbinden. Einrichtungen, die es dauerhaft umsetzen, können das Gütesiegel "Vom Kneipp-Bund e. V. anerkannte Senioreneinrichtung" erwerben.
Durch die praxisnahen Beiträge bot der Fachtag Raum für regen Austausch und öffnete den Einrichtungen neue Impulse für ihre Arbeit.