Soziale Innovation braucht Menschen, Teamwork und Werte

Innovationslabor - der Namen klingt nach einem aufregenden Ort voll neuer Ideen und Experimente. Und das ist ohne Frage ein Teil des CariLabs. Denn wie Hendrik Epe bei den KollegInnen vom PIKSL sagt:

Durch das Bereitstellen von "Experimentierräumen" für innovationsorientierte Mitarbeiter*innen kann eine Kultur ermöglicht werden, die "Fehler" als Möglichkeit und Chance organisationalen Lernens begreift - wobei Experimente im Sinne von "Versuchen" nicht scheitern können.

Das CariLab ist also Experimentier- und Lernraum. Es ist jedoch auch Impulsgeber und Dienstleister im DiCV und für dessen Mitglieder. Und es ist Vermittler.

Doch vor allem ist es nur ein Teil der sozialen Innovation in der Caritas Essen und in der Sozialwirtschaft.

Soziale Innovation braucht Menschen und Teamwork

Was der Begriff soziale Innovation genau meint, ist bis heute Gegenstand fachlicher - und teilweise hitziger - Diskussionen. Es gibt jedoch einen gemeinsamen Aspekt, der sich auch in der Wikipedia wieder findet:

Weitgehend Einigkeit besteht hingegen darüber, dass sich der Begriff auf Innovationen bezieht, die im direkten Zusammenhang mit der Suche nach Lösungen für gesellschaftliche Probleme und Herausforderungen stehen.

Bereits diese Dimension zeigt: Soziale Innovation kann nicht in einzelnen Verbänden oder Trägern gelingen. Sie ist nur mit Teamwork und Kooperation - auch über Organisationsgrenzen hinaus - möglich. Das macht unsere Direktorin Sabine Depew in ihrem Blog deutlich:

Das ist die neue Wohlfahrt. Sie hält sich nicht mehr an Verbandsgrenzen, sondern arbeitet wegen der gemeinsamen Sache begeistert zusammen und kollaboriert ganz selbstverständlich mit Start ups und Social Entrepreneurs."

Es wird jedoch ebenso deutlich, das soziale Innovation nicht mit Digitalisierung gleichzusetzen ist. Sozial bezieht sich auf das Zusammenleben, den Umgang und die Kommunikation zwischen Menschen. Jegliche Veränderung in diesem Bereich beginnt und endet daher auch bei den Menschen. Technik kann hier eine Rolle spielen, muss es aber nicht immer. Dazu passt auch das aktuelle Jahresmotto der Caritas: sozial braucht digital.

Im CariLab werfen wir, zusammen mit den KollegInnen vom Kompetenzzentrum Fort- und Weiterbildung und anderen Fachbereichen, einen Blick auf neue Ansätze und Lösungen. Einige davon sind digital, andere komplett analog.

Entscheidend sind jedoch zwei Aspekte, die viel mit der Haltung auf dem Weg zur sozialen Innovation zu tun haben:

  1.  In der sich schnell verändernden Welt gibt es keine ExpertInnen für alle Bereiche, daher sehen wir uns auch nicht als solche. Wir sind Lernende, die gemeinsam mit den KollegInnen lernen, nach Lösungen für ihre Bedarfe suchen und neue Wege gehen oder längst vergessenes neu beleben.
  2. Bei aller Begeisterung für neue Möglichkeiten, Veränderung und die Chancen sozialer Innovation vergessen wir nie das Wertefundament, auf dem wir stehen. Denn eine Aufgabe im Prozess der sozialen Innovation ist auch, die Perspektive der Menschen einzunehmen, die durch neue Entwicklung abgehängt oder ausgegrenzt werden könnten und die nicht die Chance haben, am neuen zu partizipieren.

Soziale Innovation ist ein wichtiges und komplexes Thema, das wir nur gemeinsam angehen können. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit KollegInnen, KooperationspartnerInnen, Social-Start-Ups und allen, die diesen Prozess positiv und aktiv gestalten wollen.

Dieser Beitrag ist Teil der Blogparade "Soziale Innovation - Innovationen im Sozialen" der KollegInnen der DRK Wohlfahrt. Dort gibt es auch weitere spannende Beiträge zum Thema.