Duisburg
(cde)
„Unser Hilfesystem
ist auf Integration ausgerichtet; es setzt fast ausschließlich darauf Menschen
wieder arbeitsfähig zu machen“ erklärt Franz-Josef Werner, Therapeut beim
Suchthilfezentrum Nikolausburg in Duisburg-Ruhrort. „Aber was in ihnen
kreatives schlummert, wird wie ein Stiefkind behandelt“; ein Manko findet er
und ergänzt: „die Förderung der Kreativität kommt zu kurz“. Aus Erfahrungen mit
Exkursionen weiß er, „dass viele unserer Klienten praktisch vom Kulturbetrieb
ausgeschlossen sind. Sei es aus Geldmangel oder Scheu, schon ein Museum zu
betreten. Dabei hat Kunst mitunter auch eine therapeutische Wirkung.“ Ein guter
Grund, sich die Kunst ins Haus zu holen.
Das wird am kommenden Mittwoch zwischen 18.30 und 20.00 Uhr der Fall sein, wenn
das Duo Eva Maria Mitter (Akkordeon) und Maximilian Brosy (Querflöte)
klassische und moderne Musik aufführen werden. Die beiden Künstler werden von
der Yehudi Menuin Live Music Now, einem Verbund gemeinnütziger Vereine
gefördert, die Kunst zugänglich machen wollen und Künstlern, die am Beginn
ihrer Karriere stehen, Auftritte vermitteln. Begleitet wird das Konzert von
einer Ausstellung zweier Künstler, die therapeutisch im Suchthilfezentrum
begleitet wurden, Theo Kort, der großformatige Gemälde präsentieren wird und
Manuela Belahouane, die freiere Arbeiten zeigt. Insgesamt werden gut 20
Exponate vor und nach dem Konzert im Empfangesbereich des Suchthilfezentrums
Nikolausburg zu besichtigen sein. Die Ausstellung gastiert bis Ende Mai.
Nach dem Konzert, das Teil der Veranstaltungsreihe „Begegnungen in der
Nikolausburg“ ist, wird ein kleiner Imbiss gereicht. Die Gäste haben dann die
Möglichkeit mit den Künstlern ins Gespräch zu kommen. Eingeladen sind alle
Interessierten, Klientinnen und Klienten des Suchthilfezentrums sowie
Mitarbeiter der Caritas.
Pressemitteilung
Presse-Info 048 / 2012 : Kunst auch Menschen zugänglich machen, die sonst nicht ins Museum oder Konzert gehen
Erschienen am:
16.04.2012
Beschreibung