Bochum (cde)
Reges Treiben
herrschte am vergangenen Samstagmorgen auf dem Pilgerplatz des
Zisterzienserklosters in Bochum-Stiepel. Ein fast endlos erscheinender Zug von
Rollstühlen, Rollatoren und liebevoll gestützten Menschen hatte sich auf die
letzte Anhöhe des Klosters geschoben. Aus zahlreichen Städten des Ruhrbistums
waren rund eintausend Bewohnerinnen und Bewohner, Patientinnen und Patienten
aus Einrichtungen der Alten- und Behindertenhilfe nebst Begleitern, der
Einladung zur großen Seniorenwallfahrt zur „Schmerzhaften Mutter“ nach Stiepel
gefolgt.
Führte in den
vergangenen Jahren die Ankunft der Teilnehmer zu Verzögerungen im Programm,
lief in diesem Jahr alles reibungslos wie nie, so Rolf Groeger vom „Stiepeler
Kreis“, Initiator der Wallfahrt. So konnte pünktlich um 11:30 Uhr, nachdem die
Pilger von den zahlreichen Helfern aus den caritativen Einrichtungen mit
Getränken versorgt waren, bei schönstem „Pilgerwetter“ das Pontifikalamt
zelebriert werden. Caritasbischof Franz Vorrath zog mit rund 20 Priestern und
Ordensleuten durch die Menschenmenge, die sich unter dem offenen Zelt auf dem
Klostergelände versammelt hatte, zum Freialtar. Zu den Klängen des Essener
Bergbauorchesters, das die musikalische Begleitung der Festmesse gestaltete,
wurde im Laufe des Gottesdienstes denjenigen Pilgern, die es wünschten, das
Sakrament der Krankensalbung durch die Priester gespendet – der Höhepunkt des
Tages.
Die diesjährige Diözesan-Wallfahrt stand unter dem Leitwort „Habt Mut, fürchtet
Euch nicht! Seht hier ist Euer Gott“. In seiner Predigt wies Weihbischof
Vorrath auf die Aktualität des viele Jahrhunderte alten Textes hin, der dem
alttestamentlichen Buch Jesaja entnommen ist. „Er spricht denjenigen alten,
behinderten und kranken Menschen Mut zu, die in der Gesellschaft immer weniger
Beachtung finden“, so Vorrath. Angesichts dessen sei die Arbeit der caritativen
Einrichtungen sehr wichtig. Vorrath dankte für den Einsatz der Menschen in
sozialen Berufen, mahnte aber auch jeden Einzelnen trotz der hohen Anforderung
der modernen Gesellschaft an, für Alte, Kranke und Behinderte dazu sein.
Die diesjährige Seniorenwallfahrt war bereits die sechste Großveranstaltung
dieser Art. Im Jahr 2007 hatte der „Stiepeler Kreis“, eine Gruppe von
engagierten Christen und Verantwortlichen katholischer Einrichtungen der
Altenhilfe, die sich mit ethischen Fragen in der Pflege
auseinandersetzt,
die Idee zu dieser Form des gemeinschaftlichen Glaubenserlebnisses.
Die Arbeitsgemeinschaft der Altenhilfe (AGEA) im Bistum Essen unterstützte die
Wallfahrt bei der Planung und Logistik. „Damit kommen wir den Wünschen und
Bedürfnissen nach Spiritualität und Glaubensvollzug nach, die wir in unseren
karitativen Diensten und Einrichtungen letzthin auch als unser herausragendes
Profil betrachten“, schreibt Vorsitzender Dieter Merten in seinem Grußwort im
Pilgerheft.
Zum Ende des Gottesdienstes wurde Weihbischof Franz Vorrath zu seinem
diesjährigen Abschied in den Ruhestand und damit seiner letzten aktiven
Teilnahme als Hauptzelebrant vom „Stiepeler Kreis“ ein Geschenk überreicht:
eine Glasmalerei, die die „Schmerzhafte Mutter von Bochum-Stiepel“ abbildet.
Der Tag endete mit einem gemeinsamen Eintopfessen und dem Fazit der 86 Jahre
alten Teilnehmerin Wilhelmine Winkler, Bewohnerin des Marienheims in
Essen-Überruhr, die mit ihrer Betreuerin Sylvia Kresimon gekommen war. Auf die
Frage des Reporters, wie es ihr gefallen habe: „Junge, ich bin jetzt schon zum
zweiten Mal dabei und komme nächstes Jahr gerne wieder – mit Gottes Hilfe.“
(FG)
Info:
Die Seniorenwallfahrt 2013 findet am Samstag nach Pfingsten, dem
25. Mai 2013 statt, selber Ort, selbe Zeit
Beachten Sie auch unsere
Fotostrecke auf www.caritas-essen.de
Pressemitteilung
Presse-Info 077 / 2012 : Seniorenwallfahrt nach Bochum-Stiepel
Erschienen am:
05.06.2012
Beschreibung