Duisburg
(cde)
Sven Momber
(20) soll´s richten! Der Lehramts-Student für Germanistik, Biologie und
Geschichte ist Bildungspate der Caritas im Duisburger Süden und betreut einen
polnischen Jungen. Marek (Name von der Red. geändert), der Viertklässler hatte
auf dem letzten Halbjahreszeugnis drei Fünfen: Deutsch, Mathe und Englisch. Die
Klassenlehrerin meldete sich beim Projekt „Bildungspaten“ und bat um Hilfe.
Nach einem Erstgespräch der
Schulleitung, der Projektkoordinatoren, Marek und seinen Elternmit mit Sven
Momber war klar: Er übernimmt die Förderung des Jungen. Seit den Sommerferien
gibt er ihm einmal wöchentlich während der Nachmittagsbetreuung Nachhilfe.
Erste Erfolge zeichnen sich ab. Momber, der neben dem Studium an einer
Mülheimer Hauptschule teilzeitunterrichtet und an einer Duisburger Grundschule
in der Tagesbetreuung mitarbeitet, hatte dort von diesem Projekt erfahren und
sich spontan entschlossen, mitzumachen. „Denn“, so seine Überzeugung, „es gibt
keine dummen Kinder, sie brauchen nur Unterstützung und Förderung.“
Aktuell genießen sieben Kinder so eine Patenschaft. Horst Ambaum,
Projekt-Koordinator bei der Duisburger Caritas, verweist aber darauf, dass
wesentlich mehr Kinder über dieses Projekt langfristig betreut werden können,
bis zu 40, so sein Ziel. Zurzeit stehen 38 Menschen bereit, eine
Bildungspatenschaft zu übernehmen. Ambaum: „Über die Patenschaften können wir
zudem Familien kennenlernen und weitere Hilfen wie Schulmaterial oder
Bekleidung auch an Geschwisterkinder vermitteln.“
Zu einem ersten Erfahrungsaustausch trafen sich in dieser Woche 15 potentielle
Paten im CaritasCentrum Süd. Einig sind sich alle Versammelten darüber, wie
sinnvoll dieses Projekt ist und dass die „Werbetrommel“ hierfür noch einmal
massiv gerührt werden muss. „Es ist doch ein Geschenk für Familien, weil es den
Kindern ermöglicht, hier ein kostenloses Bildungsangebot in Anspruch zu
nehmen.“, so eine Teilnehmerin.
Kerstin Schepers (44) aus Buchholz
berichtet von ihren Nachhilfeerfahrungen bei einem Mädchen mit polnischen Eltern
aus der 3. Klasse. Seit den „großen Ferien“ unterrichtet sie das Kind einmal
wöchentlich - mit gutem Erfolg, wie die Noten zeigen. Ähnliches berichtet
Marion Köllner (52): Die studierte Anglistin und Germanistin hatte bereits als
„Lesemutter“ gute Erfahrungen gemacht und freut sich nun über ihre Patenschaft
eines türkischen Jungen, der die 4. Klasse besucht. „Es ist schön“, sagt sie,
„hier ganz ohne Druck einem Kind helfen zu können, denn ich bin ja nicht die
Lehrerin.“ Seit einigen Monaten erteilt sie ihm zweimal wöchentlich Nachhilfe.
„Auch wenn die Beteiligung im Moment noch eher gering ist, das wird sich
ändern, je bekannter das Projekt wird“, ist Horst Ambaum gewiss. Neuerdings
werden die Paten nicht nur über die Schule zu vermittelt, Eltern können sich
nun auch direkt im CaritasCentrum Süd melden. Und noch etwas ist neu: Die
Caritas will nun auch Kinder schon ab der ersten Klasse fördern.
„Ursprünglich wollten wir über das Projekt vor allem finanzschwache Familien
unterstützen, die nicht im Hartz-IV-Bezug sind und deshalb auch keine
Bildungsgutscheine in Anspruch nehmen können.“ so Ambaum. „Aber auch bei
Familien im ALG II Berzug kam es schon vor, dass die Unterstützung eines Kindes
verwehrt wurde, weil die Versetzung angeblich noch nicht gefährdet gewesen
sei“. Normalerweise trifft die ARGE die Entscheidung für eine Förderung aus dem
Bildungspakt, nachdem die Schule eine Bescheinigung ausgestellt hat. „Wer aber
könnte besser eine Versetzungsgefährdung feststellen, als die Schule?“, fragt
Ambaum, „Wir werden auch diesen Familien helfen, trotz Ablehnung der Förderung
durch die ARGE.“
R
ückfragen beantwortet:
Horst Ambaum, Tel. 0203 44 98 59 13, E-Mail:
ha@caritas-duisburg.de
Pressemitteilung
Presse-Info 193 / 2011 : Der Mann, der die Fünfen wegmacht
Erschienen am:
17.11.2011
Beschreibung