Erstversorgung der neu angekommenen Flüchtlinge im CampJan Jessen | Caritas Essen
Die türkischen Angriffe auf die syrischen Kurdengebiete haben eine große Fluchtbewegung ausgelöst. Laut Aussage der Selbstverwaltung in Rojava sind bereits über 300.000 Menschen auf der Flucht.
Die kurdische Autonomieregion im Irak rechnet mit einem enormen Zustrom. Derzeit füllen sich zwei Camps bei Sheikhan, in denen früher Geflüchtete aus Mossul untergebracht waren. Eins davon ist Badarash, ein Flüchtlingscamp in der Nähe von Dohuk. Jetzt wird es für Menschen aus Rojava reaktiviert. Seit dem 17. Oktober sind knapp 800 Geflüchtete angekommen, in der Nacht auf Samstag werden nochmal 600 erwartet. Die Leute fliehen nachts, weil sie auf Schlepper angewiesen sind, die sie über die Grenze bringen müssen, und weil sie Angst vor türkischen Luftangriffen haben. Die Menschen sitzen in provisorischen Zelten, die Neuangekommenen sind erschöpft und fertig. In der Halle vor der Registrierungsstelle bekommen sie Reis und Wasser. Die kurdischen Hilfskräfte arbeiten bis in die frühen Morgenstunden. "Unsere Ehrenamtlichen haben die ersten Lebensmittelpakete für 100 Familien verteilt, am Morgen danach für 300 weitere", berichtet Rudi Löffelsend, Vorsitzender der Caritas-Flüchtlingshilfe Essen (CFE), "damit sind unsere Finanzen erschöpft." Einen dringenden Appell richtet Löffelsend an die Bevölkerung im Ruhrgebiet: "Wir wollen Nothilfe leisten und bitten um Unterstützung."
Verteilung der Pakete an neu EingetroffeneJan Jessen | Caritas Essen
Die Caritas-Flüchtlingshilfe Essen arbeitet vor Ort mit den lokalen Behörden zusammen, nämlich der BRHA (Board for Relief and Humanitarian Affairs), einer Flüchtlings-Taskforce der Provinzregierung von Dohuk. Den 400 Familien wurden bislang Pakete im Wert von 30 Euro mit folgendem Inhalt zur Verfügung gestellt: 5 Kg Reis, 1 Liter Öl, 1 Kilo Linsen, 1 Kilo Bohnen, Zucker, Kichererbsen (Humus), Tomatensoße, Seifen und andere Hygiene-Artikel sowie Decken. Das Lager umfasst aber 1.400 Familien.
Seit einigen Tagen ist ein kleines Team der CFE vor Ort. "Es ist schnelle Hilfe notwendig, und dafür wird Geld benötigt", sagt Löffelsend, "alle Hilfsgüter können vor Ort besorgt werden über unser Büro in Dohuk." Ein Großspender habe keine 24 Stunden nach einer Anfrage bereits 10.000 Euro gestiftet. Löffelsend: "Weitere Mittel sind aber dringend notwendig, und jede Spende hilft."
Spenden auf Caritas-Flüchtlingshilfe Essen
Bank im Bistum Essen DE45 3606 0295 0000 1026 28
Stichwort: Flüchtlingshilfe Nordsyrien
Spendenquittung bei Angabe des Namens und der Anschrift