URL: www.caritas-essen.de/aktuelles/presse/telefonseelsorge-sucht-verstaerkung-f873e1b5-50ee-4ad8-82fe-61865ad3df11
Stand: 29.07.2019

Pressemitteilung

Ausbildungsstart

Telefonseelsorge sucht Verstärkung

Rund 15.000 Mal klingelte im vergangenen Jahr bei der Katholischen TelefonSeelsorge das Telefon. 10.500 der angenommen Gespräche nahmen längere Zeit in Anspruch. Hinter diesen Telefonaten verbirgt sich viel Sorge und Leid. Viel zu tun also für die derzeit 50 ehrenamtlichen Helfer, die in mehreren Schichten rund um die Uhr Ansprechpartner für Hilfesuchende sind.

Ausbildungsstart 1. März

Peter Heun, Leiter der Katholischen TelefonSeelsorge in Essen, und sein Team suchen daher nach Verstärkung. Die neue Ausbildungsgruppe startet am 1. März. Die Ausbildung ist für die Teilnehmer kostenlos. In Abendkursen mit etwa 150 Seminarstunden werden die Ehrenamtlichen über die Dauer von einem Jahr ausgebildet. Sie werden in Techniken der Gesprächsführung ausgebildet und erlangen Kenntnisse über Krankheitsbilder und Lebenskrisen. "Es geht insbesondere darum, das Zuhören neu zu lernen. Zuhören ist viel intensiver als einfaches Hören. Zudem lernen die Teilnehmer auszuhalten, dass man nicht alles verstehen kann und sich nicht jede Situation verändern lässt", so Heun. Im Anschluss an die Ausbildung verpflichten sich die Ehrenamtlichen zu zwei vierstündigen Tagschichten im Monat und einem achtstündigen Nachtdienst.

Die Katholische Telefonseelsorge, die in Essen unter dem Dach der Caritas arbeitet, ist ein Krisendienst, der rund um die Uhr erreichbar ist, um Menschen in Not kurzfristig zu entlasten, zu stärken und in weitere Hilfen zu vermitteln. Diskret und anonym begleiten die überwiegend ehrenamtlichen Helfer in Krisensituationen am Telefon. Ohne dieses Engagement wäre unter der Rufnummer 0800 1110 222 keine 24-Stunden-Erreichbarkeit an 365 Tagen im Jahr möglich.

Menschen die Gewissheit geben, dass sie wichtig sind

Die Gründe, warum Menschen sich an die Telefonseelsorge wenden, sind sehr unterschiedlich. Bei den meisten Anrufen geht es um Alltagssorgen, chronische psychische Belastungen, Einsamkeit, Krankheiten und Beziehungsschwierigkeiten. Suizidgespräche machen nur einen sehr geringen Anteil aus. "In vier von hundert Gesprächen spielen Suizidgedanken eine Rolle. Manchmal geht es dabei auch um konkrete Selbsttötungspläne. In den meisten Fällen dreht es sich aber um den vagen Gedanken, lieber tot sein zu wollen, weil man den Alltag alleine nicht bewältigen kann. Solche Gespräche fordern die Helfer besonders. Wir können die Probleme am Telefon nicht lösen. Aber wir geben den Anrufern die Gewissheit, dass sie uns wichtig sind und wir uns Zeit nehmen und die Sorgen ernst nehmen", so Heun.

Die Kosten für die Anrufe bei der Telefonseelsorge trägt die Telekom. Die Gespräche sind anonym, es werden keine Telefonnummern angezeigt. Da das Telefon 24 Stunden sieben Tage die Woche besetzt ist, haben Heun und seine ehrenamtlichen Helfer Mühe, alle Schichten zu besetzen. Das Team freut sich daher auf neue tatkräftige Unterstützung. Wer sich für das Ehrenamt interessiert, bekommt erst einmal Informationen zur Ausbildung und Mitarbeit. Interessierte sollten Belastbarkeit und Einfühlungsvermögen mitbringen. Auch Offenheit gegenüber religiösen Fragen sowie kulturellen Aspekten sind von Vorteil. Die Ehrenamtlichen kommen aus allen Altersschichten und aus unterschiedlichsten Berufen. Die meisten sind zwischen 35 und 65 Jahre alt. "Viele sind bereits seit Jahren dabei und finden in der Tätigkeit wertvolle Denkanstöße für sich selbst", so Heun.

Wer Interesse an einer ehrenamtlichen Tätigkeit bei der Telefonseelsorge hat, kann sich bei Peter Heun melden: Tel. 0201 7474816, telefonseelsorge@caritas-e.de