Stiftung für die Internationalen Wochen gegen Rassismus | Sophie Nicklas
Zu den Internationalen Wochen gegen Rassismus 2026 vom 16. und 29. März laden deutschlandweit wieder zahlreiche Initiativen und Organisationen zu Veranstaltungen ein, die für das Thema "Rassismus" sensibilisieren und Betroffenen Hilfe anbieten. Auch Beratungsdienste aus dem Caritas-Netzwerk im Bistum Essen beteiligen sich an dem Programm.
"Wir haben allen Grund, uns öffentlich gegen Rassismus und Rechtsextremismus zu stellen. Beides öffnet Tür und Tor für Gewalt, extremistische Ideologien und systematische Ausgrenzung! Das gefährdet den inneren Frieden und das Fundament unserer Gesellschaft", sagt Stefanie Siebelhoff, Direktorin des Caritasverbandes für das Bistum Essen.
Erst vor zwei Tagen hat die Antidiskriminierungsstelle des Bundes eine Studie vorgestellt, derzufolge 13 Prozent aller Erwachsenen in Deutschland in den vergangenen zwölf Monaten Diskriminierung erfahren haben. Umgerechnet in Zahlen seien das rund neun Millionen Menschen. Besonders betroffen sind unter anderem Menschen mit Zuwanderungsgeschichte und Muslime. "Daran lässt sich ablesen, dass rassistische Diskriminierung in unserer Gesellschaft leider keine Seltenheit ist", fasst Siebelhoff zusammen. Laut Studie werden Menschen mit Migrationshintergrund gerade auch dort diskriminiert, wo das Gleichstellungsgesetz sie nicht ausdrücklich schützt, zum Beispiel im Kontakt mit Ämtern und Behörden, mit der Polizei und im öffentlichen Raum.
Menschen stark machen und Begegnung ermöglichen
„Rassismus geht uns alle an“, bekräftigt Stefanie Siebelhoff, Direktorin des Caritasverbandes für das Bistum EssenNicole Cronauge
"Rassismus geht uns alle an", bekräftigt Stefanie Siebelhoff, "jede und jeder ist schon einmal im Alltag Zeuge geworden, wie Menschen aufgrund ihrer Hautfarbe, ihrer Herkunft oder Religion herabgewürdigt worden sind. Wir dürfen das nicht einfach geschehen lassen. Unsere Fachberatungen und Dienste, wie zum Beispiel die Integrationsagenturen, machen Menschen stark, sich dagegen zu wehren, richtig zu reagieren und zu argumentieren. Sie bieten Fortbildungen an und schaffen Räume, in denen sich Menschen unterschiedlicher Herkunft treffen und kennenlernen können. Wenn das Verständnis füreinander wächst und aus Fremden Freunde werden, rücken wir als Gesellschaft wieder enger zusammen. Das ist die beste Prävention gegen Fremdenfeindlichkeit und rechtsextremes Gedankengut."
Diskriminierung melden
In NRW gibt es Meldestellen, die jedwede Art von Diskriminierung dokumentieren, auswerten und sichtbar machen. Betroffene und Zeug*innen können Vorfälle anonym und online melden: www.diskriminierung-melden.nrw
Programm "Internationale Wochen gegen Rassismus"
Nachfolgend finden Sie eine Auswahl von Veranstaltungshinweisen im Rahmen der "Internationalen Wochen gegen Rassismus" aus dem Caritas-Netzwerk im Bistum Essen. Orte der Veranstaltungen sind Essen und Gelsenkirchen, wo die Caritas Träger örtlicher Integrationsagenturen ist. Alle Veranstaltungen in NRW sind hier abrufbar: https://www.ada.nrw
16.03.2026, 18 - 20 Uhr
Was uns stärkt und verbindet: Safer Space gegen Rassismus
Safer Space für Jugendliche und jungen Erwachsenen mit Rassismus-Erfahrungen zum Austausch, zur Weiterbildung und zur Stärkung. Erstes Treffen während der Wochen gegen Rassismus.
Veranstaltet von: Antidiskriminierungsarbeit (ADA) Gelsenkirchen
Ort: Bochumer Str. 117, 45886 Gelsenkirchen
Zielgruppe: Jugendliche und junge Erwachsene mit Rassismus-Erfahrungen im Alter von 16-25 Jahren, ohne Anmeldung
17.03.2026, 17:30 - 21 Uhr
"Ein Tisch für alle" - Fastenbrechen im Quartier
Das gemeinsame Fastenbrechen soll Begegnungen zwischen Menschen unterschiedlichen Alters, Herkunft und Lebensrealitäten ermöglichen. Es setzt ein Zeichen für Toleranz, Vielfalt und respektvolles Miteinander.
Veranstaltet von: Caritasverband für die Stadt Gelsenkirchen e.V. in Kooperation mit Mehrgenerationenhaus Gelsenkirchen, Referentinnen: Didem Ulupinar / Meral Aslan
Ort: Stolzestraße 3a, 45879 Gelsenkirchen
Zielgruppe: Menschen aus dem Quartier,
Anmeldung: didem.ulupinar@caritasgelsenkirchen.de
19.03.2026, 14 - 16 Uhr
Besuch des Soul of Africa Museums Essen
Seit dem Jahr 2000 besteht des Privatmuseum "Soul of Africa", das vom Ethnologen Henning Christoph gegründet wurde. Zentrale Themen sind Voodoo, Heilung und Magie in Westafrika.
Veranstaltet von: Integrationsagentur der Caritas-SkF-Essen gGmbH (cse) in Kooperation mit Integrationsagentur des Diakoniewerks Essen, Referent: Henning Christoph
Ort: Rüttenscheider Str. 36, 45128 Essen
Zielgruppe: Erwachsene, Anmeldung: barbara.wess@cse.ruhr
24.03.2026, 9 - 13 Uhr
Argumentationstraining: Umgang mit diskriminierenden und menschenfeindlichen Äußerungen in Beratung und Bildungsarbeit
Veranstaltet von: Integrationsagentur der Caritas-SkF-Essen gGmbH (cse) in Kooperation mit der Katholischen Erwachsenen- und Familienbildung im Bistum Essen
Ort: Bernestr. 5, 45127 Essen
Zielgruppe: Fachkräfte aus der Beratungs- und Bildungsarbeit
Anmeldung: barbara.wess@cse.ruhr
24.03.2026, 14 - 16 Uhr
Ramadanfest im Quartier
In gemütlicher Atmosphäre können sich Menschen mit und ohne Migrationshintergrund treffen und austauschen.
Veranstaltet von: Caritasverband für die Stadt Gelsenkirchen e.V. in Kooperation mit Mehrgenerationen Gelsenkirchen, Referentin: Didem Ulupinar
Ort: Bochumer Straße 22, 45879 Gelsenkirchen, ohne Anmeldung
27.03.2026, 9 - 13 Uhr
Empowerment für von Rassismus betroffene Frauen
Der Workshop richtet sich gezielt an Frauen, die selbst Rassismus und Diskriminierungserfahrungen gemacht haben. Ziel ist es, Selbstwirksamkeit, Selbstvertrauen und Handlungskompetenz zu stärken und einen Raum für Austausch, Stärkung und Vernetzung zu schaffen.
Veranstaltet von: Integrationsagentur der Caritas-SkF-Essen gGmbH in Kooperation mit der Kath. Erwachsenen- und Familienbildung im Bistum Essen mit Referentinnen von ARIC-NRW e.V.
Ort: Bernestr. 5, 45127 Essen
Zielgruppe: Von Rassismus betroffene Frauen
Anmeldung: barbara.wess@cse.ruhr