Projekt

Zivilcourage

Sach wat! Tacheles für Tolerenz

Sach wat

"Wir haben bei den knapp 30 Veranstaltungen mehr als 600 Personen erreicht. Wir haben ihnen Mut gemacht, für ein bisschen mehr Menschlichkeit den Mund aufzumachen. Und wir haben als kirchlicher Wohlfahrtsverband ein deutliches Zeichen gegen Hass, Gewalt und Intoleranz gesetzt", resümiert Michael Kreuzfelder, Sprecher der Caritas im Ruhrbistum.

Ein bisschen mehr Mut für Menschlichkeit

Zu den fünf Kneipenabenden, 17 Argumentationstrainings, fünf Workshops gegen Hatespeech und einem Fachtag seien viele Haupt- und Ehrenamtliche aus der Caritas, aber auch viele andere interessierte Bürgerinnen und Bürger gekommen. "Viel mehr haben im Netz darüber gesprochen", freut sich Kreuzfelder, "aber wir wurden selbst auch angefeindet." Vor allem die Idee der Kneipentour habe bundesweit für Aufsehen und Nachahmer gesorgt.

"Wir können nicht konkret messen, was es den Leuten gebracht hat. Die Rückmeldungen waren durchweg positiv. Auch wenn ich Menschen mit intoleranter Haltung nicht überzeugen kann, so kann ich die erreichen, die daneben stehen oder mitlesen. Wir wollten Leute stark machen, die für Toleranz stehen. Wir sind überzeugt, dass wir etwas bewegt und viele mindestens zum Denken angeregt haben", bilanziert Projekt-Koordinatorin Dara Franjic, Migrationsexpertin bei der Ruhr-Caritas.

Angesichts erstarkender rechtspopulistischer Kräfte habe man es als "Pflicht empfunden, etwas zu tun." In der herrschenden politischen Stimmung und vor zwei wichtigen Wahlen in Land und Bund sei das Anliegen wichtiger denn je. "Wir brauchen noch mehr Menschen, die sich lautstark für Menschlichkeit einsetzen", so Franjic.

"Das bringt doch eh nichts." "Ich weiß nicht genug." "Sollen doch die anderen was sagen.": Gründe, warum man in unangenehmen Gesprächen lieber nichts sagt, gibt es genug. "In Trainings und Kneipentour haben wir versucht, Handwerkszeug zu vermitteln", so Franjic, "etwa nachzufragen, oder einfach zu sagen `Das sehe ich aber nicht so´". Andere Mittel sind Weichmachersätze wie "Ich bin nicht sicher, ob ich Sie richtig verstanden habe" oder mit Humor zu kontern. Wichtig sei, sich nicht einschüchtern lassen, die Unterstützung Umstehender zu gewinnen, Hilfe zu holen, sich aber auch nicht in Gefahr zu bringen, rät Franjic. Hier gibt es einen Spickzettel mit Tipps für den Umgang mit populistischen Parolen.

Wie geht es weiter?

Derzeit arbeitet die Caritas an einem Folgekonzept und sucht Finanzierungsmöglichkeiten und Kooperationspartner. "Das Interesse und die Notwendigkeit sind da", so Franjic. Angedacht sind etwa die Ausbildung von Multiplikatoren, Workshops zu Prävention vor religiöser Radikalisierung, der Bewahrung demokratischer Werte, interkultureller Sensibilisierung und Deeskalation. Auch eine Fortsetzung der Kneipentour ist im Gespräch.

Bleiben wird die Facebook-Gruppe "Sach wat!", in der Interessierte Erfahrungen und Infos austauschen, sich bei Aktionen, dem Eingreifen bei Hasskommentaren und beim Einsatz für Menschenwürde und gegen Fremdenfeindlichkeit unterstützen. Alle, die mitmachen wollen, sind herzlich willkommen.

Vier Module, ein Ziel: Sach wat!

Kneipentour gegen Stammtischparolen

An fünf Abenden wollen wir in Ruhrgebietskneipen unterhaltsam gegen gängige Vorurteile angehen. Das Schauspieler-Duo Karin Kettling und Jürgen Albrecht stellt Stammtischgespräche nach und entwickelt mit den Gästen Gegenstrategien. Der Abend soll das Mundwerkzeug vermitteln, um sachlich, rhetorisch geschickt und entschieden auf menschenverach-tendes Gerede zu reagieren. Dazu gibt es Fakten über die aktuellen Asylzahlen und die damit verbundenen gesellschaftlichen Wirkungen. Mit dem Kneipenabend wollen wir ein Zeichen für Toleranz und gesellschaftliche Solidarität setzen.

Termine

Die Veranstaltungen sind öffentlich!

18.11.2016 Kneipe "Rosi", Weberstraße 18, 45879 Gelsenkirchen
in Kooperation mit dem Caritasverband Gelsenkirchen, Beginn 20h. Mehr Infos hier.
Zur Facebook-Veranstaltung  

5.1.2017 um 20 Uhr im Café Central International & Hayati im Grillo-Theater, Theaterplatz 11, Essen
18.1.2017 um 18 Uhr im Hotel "Haus Wünsche" Göckinghofstr. 47, Schwelm
26.1.2017 um 20 Uhr in MUNDART, Bottroper Str. 17 (Navi: Friedrichstr. 53), Gladbeck
27.1.2017 um 19.30 Uhr im Bahnhof Langendreer, Wallbaumweg 108, Bochum.

Für die Termine ist keine Anmeldung erforderlich.

Kontakt: Dara Franjic (siehe rechts in der Spalte)

Argumentationstraining gegen Stammtischparolen

In 16 ganztägigen Argumentationstrainings machen wir haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter*innen in sozialen Einrichtungen, Pflegeschüler*innen und angehende Erzieher*innen fit gegen Stammtischparolen. Die interaktiven Seminare klären und unterstützen Ihre eigenen Positionen und vermitteln das Mundwerkzeug, um sachlich, rhetorisch geschickt und entschieden auf menschenverachtendes Gerede zu reagieren. Sie erfahren Fakten über die aktuellen Asylzahlen und die damit verbundenen gesellschaftlichen Wirkungen.

Termine

Einige freie Plätze gibt es noch bei zwei Argumentationstrainings. Am Mittwoch, 25. Januar, von 9 bis 16 Uhr im Haus der Caritas, Am Porscheplatz 1, Essen, und am Donnerstag, 26. Januar, von 9 bis 16.30 Uhr im Bischöflichen Generalvikariat, Zwölfling 16, Raum C107, ebenfalls in Essen. Anmeldungen für Mittwoch, 25. Januar, nimmt Kirsten Werner (0201 / 81028-151, kirsten.werner@caritas-essen.de) entgegen. Für das Training am 26. Januar bitte bei Sabine Köther (0201-2204 561, sabine.koether@bistum-essen.de) anmelden.

09.11.2016   Gladbeck, Johannes-Kessels-Akademie

10.11.2016   Gladbeck, Johannes-Kessels-Akademie

16.11.2016   Essen, Kath. Schule für Pflegeberufe Essen gGmbH

18.11.2016   Essen, Johannes-Kessels-Akademie

24.11.2016   Essen, Diözesan-Caritasverband

25.11.2016   Oberhausen, Caritasverband

02.12.2016   Essen, Diözesan-Caritasverband für pädag. Fachkräfte

06.12.2016   Gelsenkirchen, Caritasverband

09.12.2016   Mülheim, Caritasverband

12.12.2016   Gladbeck, Caritasverband

13.12.2016   Essen, Caritasverband

14.12.2016   Gelsenkirchen, Caritasverband

15.12.2016   Bochum / Wattenscheid, Caritasverband

16.12.2016   Essen, Caritasverband

18.01.2017   Bottrop, Caritasverband

18.01.2017   Schwelm

25.01. 2017 Essen - öffentliches Training, Haus der Caritas, Am Porscheplatz 1. Anmeldung bei kirsten.werner@caritas-essen.de 

Januar 2017 Gladbeck

27.01.2017   Bochum

Workshops gegen Hatespeech

Dissen, hetzen, posten: youngcaritas im ruhrbistum und das Projekt "Flüchtlinge mitnehmen" bieten fünf Workshops für Schüler*innen, Azubis und Studenten*innen zum Umgang mit hatespeech (Hasskommentaren) im Internet.

Termine

20. Januar, 9 bis 15 Uhr: Werkkiste Duisburg gGmbH (in Kooperation mit ARIC-NRW e.V. Duisburg),

Für zwei Workshops gegen Hatespeech im Internet gibt es noch Restplätze. Der Kurs am 30. Januar, von 9 bis 15 Uhr, bei der Caritas Gladbeck, Kirchstr. 5,  richtet sich an Schülerinnen und Schüler. Im Haus der Caritas in Essen, Am Porscheplatz 1, können sich am 31. Januar, Menschen fortbilden lassen, die mit Jugendlichen arbeiten wie etwa Lehrer, Sozialarbeiter und Ehrenamtliche. Anmeldung bei Ahmad Omeirate (0201 81028127, ahmad.omeirate@caritas-essen.de).

Hass-Parolen begegnen uns "online" (im Internet) sowie "offline" (im alltäglichen Miteinander) immer mehr. Um sich mit dem Thema ausführlich auseinander zu setzen haben youngcaritas MK in Kooperation mit dem Schulsozialarbeiter Thorben Schürmann der Hönnequell-Schule Neuenrade einen Workshop speziell für Multiplikatoren*innen und Schüler*innen entwickelt. 

Thema des Workshops ist : Hatespeech - Umgang mit Beleidigungen und Hassrede im Internet. Geleitet wird der Workshop von Herrn Wolf, Medienpädagoge, www.dermedienwolf.de

Berichterstattung

Herzliche Einladung an Sie zur Berichterstattung vorbei zu kommen und nebenbei selber was über das Thema zu lernen.

Der Workshop für Multiplikatoren*innen findet am Dienstag, 15. November 2016, von 9:00 - 15:30 Uhr in Neuenrade, Hönnequell-Schule,Niederheide 3, 58809 Neuenrade, statt.

Der Workshop für Schüler*innen findet am Dienstag, 22. November 2016, von 9:00 - 14:00 Uhr in Neuenrade, Hönnequell-Schule, Niederheide 3, 58809 Neuenrade, statt.

Rückfragen

beantworten Michael Kreuzfelder und Ahmad Omeirate. Kontakt siehe rechte Spalte. 

Weitere Infos

Mehr zu dem Thema finden Sie hier: https://www.caritas-essen.de/aktuelles/projekte/sachwat/

 

Der Workshop wird unterstützt durch das Projekt Flüchtlinge mitnehmen (https://fluechtlinge-mitnehmen.de) und dem Programm "KOMM-AN NRW" der Landesregierung.

Fachtag Integration 2. November

Wo leben viele Menschen mit Migrationshintergrund im Ruhrgebiet und ist die Konzentration gut oder schlecht für eine Gesellschaft? Was können wir tun, damit die Integration von Geflüchteten gefördert, Wissen darüber verbreitert und Vorurteile abgebaut werden? Dazu veranstalten wir einen Fachtag mit zwei Teilen:

14 Uhr Workshops zu

  • Religion und Kultur
  • Traumapädagogik
  • Integrationskonzepte
  • Verständigung ohne Sprache
  • Radikalisierung
  • Migration

17 Uhr Votrag: "Integration - ein altes, neues Thema Was bedeutet es, ein Einwanderungsland zu sein?"Referent: Prof. Dr. Aladin El-Mafaalani

Sie können sich zu Workshop und Vortrag unabhängig voneinander anmelden. Gerne begrüßen wir sie auf beiden Veranstaltungen.

Ort: Haus der Caritas, Am Porscheplatz 1, 45127 Essen

Kontakt: Reinhild Mersch, reinhild.mersch@caritas-essen.de, Telefon: 0201 81028 527