Die Versorgung von Menschen mit schwer heilenden oder nicht heilbaren Wunden in palliativen Lebenssituationen stellt Pflegefachkräfte vor besondere fachliche, ethische und emotionale Herausforderungen. Wenn die Wundheilung nicht mehr das vorrangige Therapieziel sein kann, verändern sich die Prioritäten: Lebensqualität, Symptomkontrolle und die individuellen Wünsche der Betroffenen rücken in den Mittelpunkt.
Eine palliative Wundversorgung erfordert daher weit mehr als die Auswahl einer geeigneten Wundauflage. Schmerzen, Geruch, starkes Exsudat oder Blutungen können die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen und zu Scham, sozialem Rückzug und einer hohen Belastung für Betroffene, Angehörige und das versorgende Team führen.
Lernergebnisse:
Sie erfahren Sie, wie Sie die Versorgung von Menschen mit nicht heilbaren Wunden individuell, symptomorientiert und fachgerecht gestalten können.
Sie lernen Möglichkeiten und Grenzen moderner Wundversorgung kennen und erhalten Einblick in Therapieoptionen im Bereich des Off-Label-Use.
Sie entwickeln anhand konkreter Fallbeispiele gemeinsam Versorgungsstrategien, die nicht ausschließlich die Wunde, sondern vor allem den Menschen, seine Bedürfnisse und seine Selbstbestimmung in den Mittelpunkt stellen.
Inhalte:
- Ethik, Selbstbestimmung und Lebensqualität bei Menschen mit nicht heilbaren Wunden.
- Therapieziele in der palliativen Wundversorgung: Wenn Wundheilung nicht mehr im Vordergrund steht, Herausforderungen für das pflegerische und interprofessionelle Team.
- Exulzerierende Tumorwunden: Besonderheiten und individuelle Versorgungsstrategien.
- Symptomorientierte Wundversorgung: Umgang mit Schmerz, Geruch, Exsudation und Blutungen
- Kommunikation, Beratung und Einbeziehung von Betroffenen und Angehörigen
- Praxisnahe Fallbeispiele: Gemeinsam Versorgungssituationen beurteilen und Lösungsansätze entwickeln.
Methoden:
Vortrag/Präsentation, Gespräch/Diskussion, Arbeit in Kleingruppen.
Hinweis:
Diese Veranstaltung findet statt in Kooperation mit der Kath. Erwachsenen- und Familienbildung im Bistum Essen gGmbH
Zielgruppe
Pflegefachkräfte sowie Interessierte. HINWEIS: Mitarbeiter:innen mit der Zusatzqualifikation „Wundexpert:in ICW" oder „Fachtherapeut:in Wunde ICW" können dieses Seminar im Rahmen ihrer ICW-Re-Zertifizierung mit 8 ICW-Fortbildungspunkten anrechnen lassen.
Kosten
270,00 € bzw. 250,00 € für Mitarbeiter:innen in Einrichtungen und Diensten der Caritas.
Veranstaltungsnummer
08.001.27